Vincent Carinola

14. Mai 2012 um 20:14 Uhr von ur

Soeben live auf France Musique Concert enregistré le jeudi 10 mai à l’Auditorium Antonin-Artaud d’Ivry-sur-Seine, dans le cadre du festival Extension, OEuvres de Vincent Carinola (né en 1965).

Appel (bande seule, 2011)

Klothein, pour harpe (2006), Nathalie Cornevin, harpe

Un artiste du trapèze, pour violon et clarinette (2011), Anne Mercier, violon, Eric Porche, clarinette

Toucher, pour thereminvox, ordinateur et dispositif de diffusion 6 canaux (2009), Claudio Bettinelli, thereminvox

Le Contorsionniste, pour violon, clarinette, harpe, percussion et électronique (2011), Anne Mercier, violon, Eric Porche, clarinette, Nathalie Cornevin, harpe, Claudio Bettinelli, percussion

Devant la loi, pour violon et dispositif électroacoustique (2005), Anne Mercier, violon

Un équilibriste, pour harpe et vibraphone (2011), Nathalie Cornevin, harpe, Claudio Bettinelli, vibraphone

Tourmaline, pour clarinette (2009), Eric Porche, clarinette

Parade, pour violon, clarinette, harpe et percussion (2011), Anne Mercier, violon, Eric Porche, clarinette, Nathalie Cornevin, harpe, Claudio Bettinelli, percussion

Enno Poppe gestern hatte pas mal von Erinnerungsstücken aus der Fernsehkinderwelt gezehrt – hier aber bei Vincent Carinola erlebte man das Kindische hautnah und beinahe unaufhörlich, immerhin dann unterbrochen, wenn keine Elektronik im Spiel war. “Mein armer Kopf!” Soll man Bud Spencer zitieren oder geradewegs DRS2 erwähnen?

Zusatz: Devant la loi hat mir nicht schlecht gefallen, als hätte ein anderes Wesen eine schützende Hand übers Schreiben gehalten.

Enno Poppes IQ

14. Mai 2012 um 5:18 Uhr von ur

Gestern auf SWR2 Schwetzinger Festspiele 2012:

Enno Poppe: “IQ”, Testbattarie in 8 Akten, Libretto von Marcel Beyer.

Klangforum Wien, Musikalische Leitung: Enno Poppe, (Uraufführung vom 27. April).

Ein kindgerechtes Fernsehcabaret der 1970er Jahre. So nervig, dass ich nicht einmal eingeschlafen war.

Tan Dun, Claude Debussy

11. Mai 2012 um 3:32 Uhr von ur

Gestern Abend auf France Musique live direct du Théâtre du Châtelet: Fabrice Moretti, Saxophone alto*, Anssi Karttunen, Violoncelle**, Patrick Messina, Clarinette***, Orchestre National de France, Tan Dun, Direction.

Claude Debussy, Rhapsodie N°2 en mi bémol majeur L 104 (1901, 1908)*. – Das schlechteste Werk von Debussy.

Tan Dun, Intercourse of Fire and Water (1994)**

Claude Debussy, Rapsodie N°1 en si bémol majeur L 116 (1909,1910)***.

Tan Dun, Death and Fire, Dialogue de Paul Klee (1992), 1- Portrait, Insert 1- Animals at full moon, Insert 2- Senecio, Insert 3- ad Parnassum, 2- Self portrait, Insert 4- Twittering Machine, Insert 5- Earth Witches, Insert 6- Intoxication, Insert 7- J.S Bach, 3- Death and Fire.

Tan Dun schreibt eine Musik, die als eine Herausforderung wirkt, der man sich ohne weiteres Murren stellen sollte. Beide Stücke irritierten mich stellenweise, weil es mich dünkte, die Musik würde fast hundert Jahre zu spät geschrieben worden sein, und Ignoranz gegenüber dem, was musikalisch an der Zeit ist, scheint mir der gesellschaftlichen Ignoranz überhaupt gleichzukommen. Die kompositorische Kraft zeigt sich indes in allen Partien, so dass der Kick in eine noch ungehörte musikalische Welt ungetrübt genossen werden kann.a

Lanza, Monteverdi, Traversa, D’Angiolini, Bulfon

7. Mai 2012 um 20:04 Uhr von ur

Soeben live auf France Musique Concert enregistré le 5 avril au Quartz de Brest, Ensemble Sillages.

Mauro Lanza (né en 1975), La Bataille de Caresme et de Charnage (2012, création). – Lieber nicht noch einmal hören müssen. Wer nie ausserhalb der Stadt war, schätzt vielleicht die erste Begegnung mit Geräuschen des Holzsägens. Berlusconimusic.

Claudio Monteverdi (1567-1643), Se i languidi miei sguardi (Lettera amorosa), extrait du VIIe Livre de Madrigaux). – 56 Minuten Monteverdi, und das Konzert wäre gerettet gewesen.

Martino Traversa (né en 1960), Manhattan Bridge – 4:30 am (2008). – Das Stück hat mir von der ersten Sekunde an bis zur letzten sehr gut gefallen, aber die Musik erscheint mir alt und mutlos.

Giuliano D’Angiolini (né en 1960), Ho visto un incidente (1991) pour voix seule. – So phantasiere ich, wenn der Weg über eine mehr oder weniger steile Geröllhalde führt. Alles hübsch, aber ohne Zugang zum Allgemeinen.

Stefano Bulfon (né en 1975), Die Art des Meinens (2012, création, commande de l’Etat pour l’ensemble Sillages). – Man sollte aufhören, Walter Benjamin zum Gespenst zu machen. Er war ein gewöhnlicher Bürger der Philosophie, und man kann zu seinen Statements sowohl positiv wie negativ klar Stellung nehmen.

Ligeti, Murail, Messiaen, Benjamin

4. Mai 2012 um 21:19 Uhr von ur

Soeben direkt live auf Bayern 4 Veranstaltung der musica viva, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leitung: George Benjamin, Solist: Pierre-Laurent Aimard, Klavier.

György Ligeti: “Lontano”

Tristan Murail: “Le désenchantement du monde” (Uraufführung). – Das Werk zeigt sich wie ein musikalischer Offset-Druck der Musiksoziologie von Max Weber, “Die rationalen und soziologischen Grundlagen der Musik”, einer kurzen Schrift, die als Zusatz ganz anders als die ökonomischen Studien dasteht. Grandios in Murails Musikstück ist die Entfaltung des fragwürdigen, irritierenden Anfangs zum beeindruckenden langen Ende. Murail hat den Bann gebrochen, unter dem die Lektüre jenes Werkes Webers zu einer Apologie der Papiermusik von Richard Strauss führen musste.

Olivier Messiaen: “Réveil des oiseaux”

George Benjamin: “Palimpsests”. – Obwohl diese Stück nichts mit Max Weber oder dem eben gehörten Werk von Murail zu tun hat, darf in diesem Zusammenhang gesagt werden, dass die Lektüre der wenigen Seiten von Webers Musiksoziologie einem Entziffern eines Palimpsests nicht wenig ähnelt, weil in ihnen die Werke der Musik statt als lebendiger Ausgangspunkt der Analyse nur wie längst begrabene erscheinen.

Ein Luxuskonzert, gar wunderschön: Es sollte jede Woche an einem Ort in Europa oder anderswo ein so exquisites Programm gespielt werden, das direkt live oder zeitlich versetzt auf allen Kabelnetzen abgehört werden könnte.

Donatoni, Borowski, Boulez, Schönberg

30. April 2012 um 20:37 Uhr von ur

Soeben live auf France Musique concert donné le 22 mars 2012. Coproduction Cité de la musique, Ensemble intercontemporain, George Benjamin, Direction.

Franco Donatoni, Tema pour 12 instruments (1982)

Johannes-Boris Borowski, Second, Création française

Pierre Boulez, Éclat/Multiples pour 25 musiciens (1965)

Arnold Schönberg, Suite op.29 pour 7 instruments (1925,1926)

Die Stücke von Boulez und Schönberg sind faszinierend wie eh und je, die anfänglichen Reststücke des Abends: miserere mihi! Die gute Musik treibt im Einzelstück sich selbst über sich hinaus und stellt dabei immer die Frage: bin ich das Neueste oder wäre an Neueres zu denken in diesem Moment hier und jetzt?

Zusatz: Kann man bei diesem speziellen Stück von Schönberg im Ernst sagen, dass es in dem Sinne progressiv sein will, dass es über sich selbst hinaus weist und von der Möglichkeit und Unmöglichkeit einer noch besseren Musik träumen lässt? Man hat in der Programmierung mit Schönbergs Suite eher an Donatoni und Borowski gedacht als an Boulez… (Boulez hätte der Dirigent sein sollen, scheint mit einem Auge aber am gerechten Blinzeln verhindert gewesen zu sein.) Adorno indes hörte das Stück 1928 ziemlich progressiv: “Die Neigung zu den bestehenden Spielformen, zum rondohaften Wesen vor allem, wirkt weiter; jedoch die Leichtigkeit des Spiels ist wieder die des Pierrot geworden. Zugleich aber und entscheidend erfolgt der Durchbruch in eine völlig fremde konstruktive Phantasieregion.” (AGS 18, 359) Ein Jahr später betrachtet er es leicht weniger euphorisch, weil die “Spielcharaktere”, also die quasi frei phantasierten Formen, noch an eine Symmetrie gebunden erscheinen.(368) Bis am Schluss des Lebens gilt es ihm als Ausgangspunkt Schönbergs dafür, “das ganze musikalische Material umzupflügen”. (445: 1955/1967)

Habermaswettbewerb

25. April 2012 um 2:13 Uhr von ur

Ich sitze auf dem Dorfplatz in Frankfurt mit Kopfsteinpflaster, also Gegend des Römers, einer von vielen in einer offenen Beiz, jeder an einem eigenen Tisch mit vielen Papieren, um die runden Tischchen herum Beratertroupeaus. Wir sind Kandidaten und Kandidatinnen eines Wettbewerbes, und jeder hat eine eigene Aufgabe, gestellt von einer Zeitung zusammen mit einer öffentlichen Persönlichkeit. Bei mir wurde, aus Zufall eher als durch Adressierung, die Frage von Habermas formuliert, quasi gesponsert durch Die Zeit. Ich habe Mühe, im Haufen der Papiere einen unbeschriebenen Schreibblock zu finden, jemand hilft, und die Arbeit beginnt. Der Text von Habermas hat es in sich, aber ich bin gut gelaunt, mache Notizen. Daraus wird eine Liste, von der mir schnell klar wird, dass sie mich zu Fall bringt, weil durch diese Hilfsarbeit zu viel Zeit vergeudet wird. Es entsteht ein Towoobahoo, und bald bin ich zwanzig Meter über dem Boden, von einer langhaarigen Blonden wie das Raubopfer eines Adlers in den Klauen festgehalten, sie selbst an der Leine eines Helikopters festgemacht. Ziemlich viel materieller Aufwand, für eine studentische Aktion, kommt es mir in den Sinn, den Wettbewerb haben sie jetzt schon verunmöglicht … und meine Schulter? Der Traum bleibt in dieser Frage schwankend, ob das Ganze im Heute geschieht oder 1992. Eindeutig ist nur, dass die Brille irgendwo auf dem Boden liegt und wohl jetzt schon zertreten ist.

Gestern ein Bild in der Zeitung angestarrt, der junge Axel Springer, und dabei gedacht, man muss doch ziemlich ein Schweinehund sein, wenn man das Leben meistern will.

Am Abend auf Bayern 4 Debussys Pelléas et Mélisande mit dem Orchestre de Paris, Leitung: Louis Langrée, Aufnahme vom 15. April 2011 im Théâtre des Champs-Élysées, Paris. Ich sehe keine Spuren dieses Werks im Traum, auch wenn ich während des Schreibens jetzt, seit dem Aufwachen, mit Genuss wieder mitten in dieser Musik stecke. Zum ersten Mal hat mir der letzte Akt eingeleuchtet: er wird in einer szenischen Darstellung leicht zum Problem, weil er zu viel an Äusserlichkeit enthält, die den Gehalt, der nur auf Inneres zielt, förmlich wegdrückt. Hört man nur die Musik, sind auch die Stimmen mit den Worten folgerichtig und nichts Aufgesetztes.

Endlich wieder klassisch

23. April 2012 um 14:53 Uhr von ur

Soeben von Sursee mit der SBB Bern an 15.00 Uhr, auf der Brücke die Ansage endlich wieder in der klassischen Form, also mit der Erwähnung des Anschlusszuges Bern ab 15.08 Uhr Richtung Bümpliz Nord und Neuchâtel auf Gleis 12 A. Man musste lange warten bis zur Wiederholung der Zugeinfahrt in Bern mit Wärme im Herzen, exakt 14 Monate mit 56 regulären kalten Montagseinfahrten. Wie das wohl gekommen ist, dass da ein Bähnler Erbarmen aufzubringen vermochte? Das Klassische hat es schwer, heutzutage – aber es wird bemerkt, geschätzt und gewürdigt. (Blogzeit hier nicht Sommerzeit.)

Von Zappa her

22. April 2012 um 4:40 Uhr von ur

Gestern Abend abruptes Reissausmehmen von France Musique und der Oper des Henri SAUGUET : La Chartreuse de Parme, Concert enregistré le 10 février 2012 à l’Opéra de Marseille, opéra en 4 actes, livret d’Armand Lunel, d’après l’œuvre de Stendhal, Uraufführung à Paris, Palais Garnier, le 20 mars 1939. Beginn nach einer halbstündigen Einführung mit der Direktorin der Neuinszenierung Renée Auphan um 19.30 Uhr.

Nach der Spätabendfütterung der Wildhühner auf beiden Fenstersimsen im Sturmregen mürrisches Einsteigen auf Espace 2 auf das gleichermassen unbekannte Werk “Le Poète” von Levko KOLODUB, opéra en 2 actes du compositeur ukrainien enregistré le 27 janvier 2011à l’Opéra de Kharkov sous la direction de Vitalyi Kutsenko. Da die Einführung durch den Ansager verpasst und die Oper russisch gesungen wurde, musste das Werk des unbekannten Komponisten, über den das Internet noch keine Auskunft gibt ausser derjenigen, dass er noch lebt, rein musikalisch verfolgt werden. Wenn man dem ästhetischen Drängen nicht nachgibt, die Musik historisch einzuschätzen und sie folglich als Unterhaltungsmusik akzeptiert, dünkt sie mich ausserordentlich gut gemacht, trotz der Ortungslosigkeit und der Ignoranz gegenüber den Materialständen des 20. Jahrhunderts keineswegs ohne Faszination: ich höre sehr gerne zu und habe während der zwei Stunden für keinen Moment Gefühle der Abneigung oder Eindrücke des Lächerlichen. Der russische Folklorismus ist sehr stark zurückgehalten zugunsten von Momenten, die mir eindeutig bei Frank Zappa gehört erscheinen, nicht Melodien, sondern kompositorische Wendungen mit den eigentümlichen rhythmischen und harmonischen zappaesken Besonderheiten. Von Zappa her kommt diese Musik, passagenweise, indes bleibt sie in allen Winkeln sowohl frei vom Rock und, wichtiger, völlig frei von Gershwin und Bernstein.

Im Zuge der Globalisierung muss man sich darauf gefasst machen, dass musikalische Werke teils unnötigerweise in heldinnenhafter Ausgrabung neu aufgetischt werden und nur Parfumdüfte der Bigotterie verströmen, teils aus Gegenden einen Weg zu unseren Ohren finden, die noch keine Chancen hatten, in den Lehrinstanzen, von denen es bekanntlich ganz unterschiedliche gibt, die grossen europäischen KomponistInnen des 20. Jahrhunderts zu vermitteln. Die Stellung dieser Werke zur Kunst einerseits, zur Kulturindustrie andererseits, bestimmt das Mass des Interesses, das sie auszulösen vermögen. Ich bin nicht gespannt auf das Gesamtwerk von Levko Kolodub, aber einige seltsam schöne und mit Interesse zu hörende Stücke dürfen sicher noch erwartet werden.

Swisscom Rekord!

15. April 2012 um 18:28 Uhr von ur

47 Minuten dauerte “soeben” die Einwahlzeit des Routers Centro Grande ins Swisscom-Bluewin-Internet. Wir lieben diese Bande, die einem den Zaster förmlich und also ohne Möglichkeit der Gegenwehr aus der Nase reisst – und über das Ganze doch nur sagt, man solle es nicht zu ernst nehmen, es sei wie alles für uns ein lustiges Spiel.

Der Centro Grande (Pirelli) muss bei jedem Gang ins Internet neu gestartet werden und lässt sich nicht tagelang in Betrieb halten, weil er wie ein Gerät aus den Anfangszeiten der Elektronik gebaut ist und via die unvermeidbare Staubansammlung eine giftige Strahlung absondert, als würde Kim Jong-un persönlich mit einer Franz-Carl-Weber-Pistole vor einem aufgestellt stehen, feierlich zielend mit einer Neutronenknarre. Zum DRS2 Hören! (Ich verzieh mich auf Ö1, und siehe da, zwar nicht meine ästhetischen Ideale, aber noch nie in solcher Qualität gehört: George Enescu: Symphonie de chambre, op. 33, Sergej Rachmaninow, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll, op. 18, Zugaben des Solisten: S. Rachmaninow: Prélude gis-Moll, op. 32/12 und Edvard Grieg: Ases Tod aus “Peer Gynt”, dann Nikolaj Rimskij-Korsakow: Scheherazade, Symphonische Suite, op. 35, Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Dirigent: Antonio Pappano; Denis Matsuev, Klavier, live vom 22. September 2011 in Bukarest.)

Die Abstrahlung des Centro Grande betrifft nicht das, was unter Elektrosmog diskutiert wird, denn auf diese Phänomene reagiere ich nicht. Wenn er peinlich genau gesäubert ist, verspüre ich auch bei diesem Gerät nichts. Nach einer gewissen Zeit, die nur wenige Minuten zu verstreichen braucht aber auch schon mal Tage vergehen kann, beginnt meistens im Kopf eine Art Grillade der Haut und Äderchen, die bald übergeht in ein Stechen wie von einem Haufen langer, dünner Nadeln wie sie Dali nicht besser an Kolosse hätte anheften können. Meistens betrifft der Schmerz Knochenpartien wie Stirne, Wangenknochen, Gebiss, Schultern, Ellenbogen und Arme. Unerträglich wird er an Stellen mit Weichteilen, am Hals und in der mittleren Bauchgegend. Seit über zehn Jahren hatte ich kein Gerät im Haushalt mehr, das auf diese schmerzhafte Weise zu spüren war; die letzten waren immer Teile von Computern, also Bildschirme oder Festplatten. Am schlimmsten im öffentlichen Raum ist der sogenannte Lötschberger, eine Zugskomposition der BLS, deren Bildschirme anfänglich wie eine riesige Strahlendusche wirkten, heute eher nur noch dann, wenn ich direkt unter einem einzelnen Apparat zu sitzen komme. Dass diese Geräte im Zug immer noch zu wenig geerdet wären, dünkt mich eine Möglichkeit der Ursache zu sein – der Centro Grande hingegen weist einen normalen und also erdenden Dreipolstromstecker auf

Fladiraasch 90

15. April 2012 um 14:32 Uhr von ur

Vor zehn Jahren aufgenommen, morgen 90 Jahre alt – und immer noch in den Elementen: Vladi Raz. Die frisch geknippsten Bilder der alten Plätze sind ausgedruckt und als Geschenkli eingepackt, und der Dôle steht parat für den Transport und den gemeinsamen Genuss.

http://www.ueliraz.ch/vladiraz/index.htm

http://www.youtube.com/user/vladiraz (nächstens feiern wir den 4-millionensten Videoaufruf…!!!)

Zusatz: Einige Helden auf YouTube scheinen immer noch nicht begreifen zu wollen, wozu der Platz für die Kommentare gut sein soll. Herausgelöst aus dem Kontext der Videos, nicht aber abgelöst von den Namen der UrheberInnen, präsentieren die teils biederen, teils giftigen Voten in einem neuen diskursiven Gesamtzusammenhang ein veritables Sittenbild der deutschschweizerischen Internetkultur am Anfang des 21. Jahrhunderts. Nachträgliches Löschen oder Editieren macht im übrigen die Sache nicht besser, weil die e-Mails der Einzelnen, die YouTube jedesmal zustellt, längstens im geduldigen Archiv ruhen.

Zusatz 16. April 2012 abends: Nicht ohne Stolz zeigte mir der Vater, wie auch einer meiner alten Schulkollegen ihm gratulierte, der Präsident der Gemeinde, mit einem oder zwei Kommafehlern, und auch seine einstigen Mithaudegen an der Luzerner Fasnacht haben ihn nicht vergessen, die Rätzpläuschler, von denen ich wegen des Namens vor fünfzig Jahren immer meinte, sie seien eine Art Organisationskomitee für pläuschlerische Wochenende – insebesondere an einem verregneten bei Sarnen ass ich grillierte Poulets so gut und in einer so immensen Menge wie das ganze folgende Leben nicht mehr.

Down Town!

9. April 2012 um 19:08 Uhr von ur

Soeben live direkt auf France Musique Petula Clark in einem Gespräch.

Petula Clark nimmt im Werk von Arno Schmidt dieselbe Stellung ein wie Franz Liszt bei James Joyce. Was für eine Überraschung, sie einfach so heute sprechen zu hören, und ein neuer Hit wurde auch gespielt – nicht aber Down Town …

Liszt’s rhapsodies. Hissss.

5. April 2012 um 6:20 Uhr von ur

Gestern Abend live direkt auf France Musique de l’Auditorium du Louvre : Au fil de Liszt, Giovanni Bellucci, Piano.

Franz Liszt, Rapsodies hongroises, 3, 8, 12, 5, 15, 13, 1, 16, 17, 18, 19, 2.

Ich versuchte, der Musik mit den Ohren des James Joyces zu folgen. Wenn man den Kopf richtig dreht keine schlechte Sache, ja eine Musik, die einem viel Freude bereitet, auch wenn es mal Fehler hageln sollte.

Trotzdem dachte ich die ganze Zeit an Joyce selbst und an die Sirenenpassage, wie sie von Cathy Berberian auf einer meiner ersten Platte gesungen wurde (von Lucanio Berio dirigiert etc.), so eben, wie es immer nur auf ersten Platten getan wird, dass man sie das ganze Leben im Ohr hat. Und tönt die Stelle nicht so, dass sie wie ein Lehrstück auch für Captain Beefheart gehalten werden kann, als ob aus ihrem Rhythmus nicht viele Stücke von ihm selbst abgeleitet werden könnten? Die Worte sind in mir nie verloren gegangen:

BRONZE by gold heard the hoofirons, steelyringing Imperthnthn thnthnthn.
Chips, picking chips off rocky thumbnail, chips.
Horrid! And gold flushed more.
A husky fifenote blew.
Blew. Blue bloom is on the
Gold pinnacled hair.
A jumping rose on satiny breasts of satin, rose of Castille.
Trilling, trilling: Idolores.
Peep! Who’s in the … peepofgold?
Tink cried to bronze in pity.
And a call, pure, long and throbbing. Longindying call.
Decoy. Soft word. But look! The bright stars fade. O rose! Notes chirruping answer. Castille. The morn is breaking.
Jingle jingle jaunted jingling.
Coin rang. Clock clacked.
Avowal. Sonnez. I could. Rebound of garter. Not leave thee. Smack. La cloche! Thigh smack. Avowal. Warm. Sweetheart, goodbye!
Jingle. Bloo.
Boomed crashing chords. When love absorbs. War! War! The tympanum.
A sail! A veil awave upon the waves.
Lost. Throstle fluted. All is lost now.
Horn. Hawhorn.
When first he saw. Alas!
Full tup. Full throb.
Warbling. Ah, lure! Alluring.
Martha! Come!
Clapclop. Clipclap. Clappyclap.
Goodgod henev erheard inall.
Deaf bald Pat brought pad knife took up.
A moonlight nightcall: far: far.
I feel so sad. P. S. So lonely blooming.
Listen!
The spiked and winding cold seahorn. Have you the? Each and for other plash and silent roar.
Pearls: when she. Liszt’s rhapsodies. Hissss.

(Ulysses 254 f, dt. 355)

PDFCreator 1.3.2 und PDFArchitect 0.5.2.450

4. April 2012 um 9:59 Uhr von ur

Acrobat 6 lässt sich bekanntlich auf Win7 nicht installieren (ausser man getraut sich, den Computer mit dem zusätzlichen XP Mode zu belasten). Als OpenSource-Alternative bietet sich der PDFCreator an, der sich bis in die letzten Winkel des Komprimierens optimal konfigurieren lässt.

Zum Creator gehört der Architect, der bereits bestehende PDF-Dateien zusammenführen soll. Hier gibt es allerdings zwei kleinere, voneinander unabhängige Probleme. Werden PDF-Dateien zusammengeführt, die früher einmal vom Acrobat hergestellt worden waren, entsteht eine Datei in doppelter Grösse als erwartet, auch dann, wenn der PDF-Creator als Standard-Drucker eingestellt worden ist. Erstellt man die alten PDF-Dateien einzeln neu mit dem PDFCreator und fügt dieselben nun mit dem PDFArchitect zusammen, bleibt zwar die Dateigrösse im Rahmen des Gewünschten – doch sind in dieser neuen PDF-Datei alle Bilder, die ursprünglich im GIF-Format standen, in falsche Farben transformiert worden, obwohl sie in der Word-Datei eingebettet waren und in der Einzelabspeicherung als PDF unbeschadet blieben. Dieser Architect-Fehler scheint mir ziemlich kurios.

Das gute Resultat wird erst dann erreicht, wenn die quasiursprünglichen Word-Dateien, die noch ursprünglicher einmal blosse txt-Notizen waren, zu einer einzigen, bei mir fast 400-seitigen Word-Datei zusammengefasst werden und dann diese mit dem Creator in ein PDF umgewandelt wird.

Jérôme Combier, Terre et cendres

3. April 2012 um 4:19 Uhr von ur

Gestern Abend live auf France Musique concert enregistré le 10 mars au Théâtre de la Croix-Rousse à Lyon: Jérôme Combier (né en 1971), Terre et cendres, opéra sur un livret d’Atiq Rahimi. Julian Négulesco (rôle parlé), le conteur/Mirza Qadir, Hamid Javdan (rôle parlé), Dastaguir, Adrien Chavy, soprano (enfant de la Maîtrise de l’Opéra), Yassin. Ensemble choral et instrumental de l’Opéra de Lyon Philippe Forget, direction, Yoshi Oida, mise en scène.

Eine dünn gehaltene Illustrationsmusik ohne weitere Interventionen zu einem gesprochenen Kammerstück, das selbst eine Beispielsillustration zu den Kriegen in Afghanistan darstellt. Die intellektuelle und emotionale Berührung hält sich in engen Grenzen.

Davor eine Stunde lang auf Bayern 4 Wolfgang Rihm: “Deus Passus”, Passions-Stücke nach Lukas. Ich hörte weniger die Auseinandersetzung mit Bach als eine überflüssige Neuinszenierung christlicher Feierlichkeiten. Eine Musik, die mich so wenig angetrieben hat wie die nachfolgende von Combier. Nimmt man die zwei Stücke als Symptom, liesse sich vom Abgleiten der Aufklärung in ihre eigene Bebilderung sprechen, die ungerechtfertigerweise frei ist von der Notwendigkeit und der Intention, die Dinge vorwärts zu treiben.

Combier, Jarell, Staud, Dutilleux

26. März 2012 um 20:25 Uhr von ur

Soeben auf France Musique concert enregistré le 1er mars à l’Auditorium de Lyon, dans le cadre de la Biennale Musiques en scène, Orchestre National de Lyon, Pascal Rophé, direction.

Jérôme Combier (né en 1971), Ruins, pour orchestre (2011, commande de l’Orchestre National de Lyon, création mondiale). – Frisch polierte Legosteine als Ruinen eines Spielzeughauses, das vom jähzornigen Kind kurz vor dem Essen einen Tritt versetzt bekommen hat. Die Apokalypse gestern Abend scheint mir heute zeitgemässer.

Michael Jarrell (né en 1958), Emergences – Nachlese VI, pour violoncelle et orchestre (2012, création française, co-commande de Utah Symphony, l’Orchestre de la Suisse Romande, l’Orchestre Philharmonique du Luxembourg et l’Orchestre National de Lyon, avec le soutien du Swiss Arts Council Pro Helvetia), Jean-Guihen Queyras, violoncelle. – Ein grosser Wurf: endlich steht das Verhältnis Soloinstrument zum Orchester in neuem, noch ungewohntem Licht. In der grossen Form noch unvollendet, als ob noch weitere Geschwisterkonzerte mit anderen Soloinstrumenten folgen müssten. Ein Genuss (,) auch die Hoffnung!

Johannes Maria Staud (né en 1974), Über trügerische Stadtpläne und die Versuchungen der Winternächte (Dichotomie II) pour quatuor à cordes et orchestre (2008-2009, commande de l’orchestre de Cleveland), Quatuor Arditti. – Ich habe nicht begriffen, was das Stück zusammenhält, eine Abschnittskomposition, deren einzelne Teile zwar sehr schön sind, aber unmotiviert zusammengeklebt erscheinen. Die Unmotiviertheit gibt mit der Zeit der Langeweile freies Spiel.

Henri Dutilleux (né en 1916), Métaboles (1964), pour orchestre (commande de l’Orchestre de Cleveland). – Hübsche, nichtssagende Abendmusik, gemixt aus Stravinsky, Gershwin und Bernstein. Zum DRS 2 Hören.

Raphaël Cendo, Ténèbres

26. März 2012 um 4:34 Uhr von ur

Gestern Abend live auf Espace 2 vom Festival Archipel 2011 in der Fabrikhalle Schaublin von Mallerey Bevillard “L’introduction aux ténèbres” de Raphaël Cendo pour baryton, contrebasse, ensemble instrumental et électronique, d’après l’Apocalypse de Jean interprété par l’ensemble orchestral contemporain sous la direction de Daniel Kawka, avec le baryton Romain Bishoff et le contrebassiste Michael Chanu. Un concert enregistré le 27 mars 2011 à la maison communale de Plain-Palais.

45 Minuten lang ein Sound- und Klanggebilde, das einem das Gefühl verschaffte, einem Heavy Metal-Konzert beizuwohnen, in einer Qualität und Eindringlichkeit, von der die effektiven Metaller nur lernen könnten. Trotz der Härte scheint nicht nur sporadisch, sondern in jedem Moment eine ausserordentlich grosse Musikalität auf, die einen förmlich durch das ruppige Klanginferno hindurchzieht. Allerdings vermag die grossartige Ästhetik im musikalischen Kleinen die äusserste Problematik in der Ästhetik des musikalischen Ganzen nicht vom Tisch zu wischen. In einem kommentierenden Text zum Konzert versichert Cendo, von religiösen Attituden frei zu sein und die semantischen Gehalte aus dem ursprünglichen Kontext befreit zu haben, das Apokalyptische also nur für uns zu lesen. 45 Minuten sind indes lang, und ich hörte die ganze Zeit lang im Untergrund der Musik reine Bibelphrasen und nichts in den “Lyrics”, das sich auf unsere Zeit beziehen liesse. Die Haltung widerstrebt mir und stösst mir auf, von unserer Zeit in einer Art zu sprechen, die das Zentrum ihrer Probleme ummäntelt. Wenn man schon ein so schwergewichtiges Wort wie die Apokalypse ins Spiel bringen will, müsste man künstlerisch auf die strukturell wesentlichen Probleme anzuspielen vermögen, ein System der Ökonomie, das sich radikal auf die militärische Antiproduktion abstützt und eine Politik in allen Gesellschaften, die dem radikal Bösen und diskursenthobenen Ideologiefreien der politischen Rechten Raum gibt, die Gesellschaft als Meute jeden Tag neu aufzuhetzen. Das Vokabular des Johannes vor zweitausend Jahren scheint mir im ästhetischen Erlebnis das Werk von Boeing, Blocher und Murdoch eindeutig mehr zu verklären denn als das wahrzunehmen, was es ist und uns zu bedrohen weiss.

Computerwechsel von XP zu Win7

21. März 2012 um 10:03 Uhr von ur

Vorgeschichte: Der siebenjährige XP-Computer war innerhalb einer Woche mausetot. Bei den ersten Abstürzen waren Maus und Tastatur ohne Funktion, am Schluss erfolgte nicht einmal mehr ein Zugriff aufs BIOS, geschweige auf die Harddisk. Da das Auswechseln des Stromgeräts äusserst kompliziert erscheint und es auch nicht eindeutig ist, ob nicht auch die CPU oder das Motherboard als Fehlerquelle in Frage kommen, wird ein neuer Computer bestellt, mit 999 Franken inklusive Bildschirm und Win7 Pro halb so teuer wie der alte. Wegen des Vorauszahlens am Postschalter dauert die Lieferfrist nicht nur einen Tag, wie von Steg angekündigt, sondern sieben Tage. Das Paket wird eingeschrieben geliefert und ist riesig – der Pöstler trägt es für 10 Franken bis zum Wohnungseingang (er selbst hat ruhmenswürdig abgewehrt und nichts verlangt). Der Bildschirm ist leichter als der alte und schnell aufgestellt, der Computer bekommt ein paar Beinhiebe und lässt sich mit Tricks und Finten ebenso brav plazieren.

1. Da der alte Computer sich zu schnell verabschiedete, konnte keine Datensicherung vorgenommen werden. Mit Icy Box für 50 Franken hat man ein Gehäuse, in das sich die ehemals interne Harddisk einfügen und als externe bedienen lässt. Der physische Platz ist extrem eng berechnet, und man muss sich überwinden, das Buskabel so heftig zu kneten, bis alles zusammenpasst. Ich benötigte mehrere Stunden, bis die Festplatte am neuen Computer ihren Dienst korrekt ausführte. Die alte Jumpereinstellung wäre die richtige gewesen, da ich aber mangels Kraft das breite Buskabel am Anfang an einem Ende zuwenig fest angeschlossen hatte, musste ich viele Male pröbeln, bis ich wieder die Anfangseinstellung ausprobierte, dieses Mal dann die Kabelenden genügend fest zusammengesteckt.

2. Steg findet es schick, die zahlende Kundschaft mit Werbung zu beglücken. Sowohl der Anmeldebildschirm wie der Hintergrund beim Herunterfahren des Computers zeigen eine Grafik mit exquisitem Brechreiz, das gleissende Gelb des Zivilschutzes über dem stumpfen Blau der Uniform desselben Vereins. Bei beiden Vorgängen gedachte ich ständig still des ehemaligen Vorsitzenden Rinderknecht. Will man bei einem neuen Computer gleich als erstes in die Registry eingreifen? Nein. Die Lösung besteht in demselben Programm, das der Hersteller zur Verunzierung des Computers benutzte, ohne es dem Kunden seinerseits zur Verfügung zu stellen. Es heisst Win7LogonBackgroundChanger, und man löst das Problem schnell, indem man einen der mitinstallierten Hintergrunde wählt oder selbst einen anfertigt, in derselben Grösse und kleiner als 250KB abgespeichert wie die Datei Windows/System32/oobe/info/backgrounds/backgroundDefault.jpg. Man speichert dieses Bild in einen neuerstellten Ordner und wählt dasselbe mit dem Changer aus.

3. Zur Einrichtung des e-Mail-Programms ging ich aufs Bluewin- bzw. Swisscomkonto, fand dort allerdings keine Angaben, wie das früher der Fall gewesen war. Also suchte ich nach Outlook Express. Nach einem Klick auf irgendetwas, das einen ins Unbestimmte weiterführen soll, wird der Computer nach einem Mailprogramm abgesucht; gefunden wird Live Mail. Man wird zum Warten aufgefordert, und siehe da, die zwei Mailadressen, die ich bei Bluewin betreibe, werden ohne weitere zusätzliche Angaben eingerichtet. Also Live Mail starten und erst einmal den Kopf zerbrechen, denn das Layout sieht ziemlich beängstigend aus, genau so, dass man nichts von dem im Kopf behält, was man in den eingehenden Mails liest. Jetzt verstehe ich, wieso einige Leute seltsam nichtssagende, kommunikationsabwürgende Mails schreiben. Man muss ein bisschen in den Einstellungen herumturnen – lässt man nicht zu früh locker, kann man dieses Programm haargenau gleich einstellen wie Outlook Express, also sehr lesefreundlich, ohne Spamordner, ohne zu viele Infos in störenden Bildschirmbereichen. – Die alten Mails kopiert man als ganzen Ordner irgendwohin und importierte sie ins Live Mail, wo sie als Zusätze plaziert werden, die je nach Wunsch in die neuen Kontos verschoben werden können, es aber nicht müssen.

4. Der Bildschirm Asus vh238t ist gleich hoch wie der alte, aber doppelt so breit. Die Bilder sind scharf, die Helligkeit nicht hundertprozentig gleich verteilt, am oberen Rand ist die Darstellung eine Spur dunkler als unten. Es gibt verschiedene Darstellungsmodi, von denen sRGB perfekt sein müsste – er ist gut und brauchbar, wenigstens bis dann, wenn ausgedruckte Bilder Abweichungen zeigen würden. Die Verlässlichkeit des alten von Samsung war 100%. – Die neue Breite zeigt die eigene Website ungewohnt, allerdings nur die Homepage als erste Seite und einige wenige andere Sonderseiten. Die Lösung war schnell gefunden, und wie sie genau ausschaut, sieht man im Code der Homepage. Zum Style-Abschnitt im head gehören unbedingt die zwei ersten Zeilen als Voraussetzung fürs Funktionieren. Gleich nach dem body-Tag schreibt man vor dem alten Text

<div id="inhalt">

und schliesst diesen mit einem End-

</div>

. Hilfe findet man hier http://www.stichpunkt.de/css/bereiche.html und da http://www.css4you.de/posproperty.html, das mit den zwei ersten Zeilen im Header stammt von anderswo.

5. Das Programm Hugin zur Panoramaherstellung kam schon schnell in Einsatz, bockte allerdings wie ein junges Pferdchen. Die Panoramen auf dem Säntis sahen in der ersten Fassung übel aus, wo ich noch wie vorher nach dem Ausrichten benutzerdefiniert optimierte (mit den Feldern rechts unten zur Vermeidung des Versatzes, also der Durchbrechung und Verschiebung von Linien), dann im Reiter Zusammenfügen Bildwinkel berechnen, Optimale Grösse berechnen, Beschnitt den Bildern anpassen durchführte, bevor das Panorama im Vorschaufenster geprüfte wurde, worauf endlich die zuletzt genannten Werte neu bestimmt wurden. Dann fand ich die Lösung: siehe da, das OpenGL-Vorschaufenster lässt Hugin nicht mehr wie auf dem XP-Computer abstürzen, sondern funktioniert optimal (eventuell ist diese Funktion nicht vom Betriebssystem, sondern von der Grafikkarte und dem Speicher abghängig). Hier müssen keine Werte gesetzt werden; man sieht das unförmige Panorama und zieht an den nötigen Punkten, bis es korrekt ausgerichtet ist. Auch den Beschnitt macht man hier durch Verschieben der Grenzen, nicht durchs Setzen von Zahlwerten.

6. Kaputt am neuen Computer ist nach einer Woche erst der Kartenleser. Ich denke an Bud Spencer und eine seiner Lebensweisheiten.

Matalon, Smolka, Adamek

5. März 2012 um 21:04 Uhr von ur

Soeben auf France Musique, Concert enregistré le 12 janvier, à l’Auditorium Marcel-Landowski à Paris, Ensemble 2e2m, Pierre Roullier, direction.

Martin Matalon (né en 1958), Trame X, pour accordéon, flûte, clarinette, basson, cor, trompette, harpe, 2 percussions, violon et violoncelle (création mondiale, commande de l’Etat), Max Bonnay, accordéon. – Abwechslungsreich, farbig und witzig.

Martin Smolka (né en 1959), Die Seele auf dem Esel, septuor en six parties pour piccolo, clarinette en mi bémol, piano, percussion, violon, alto et violoncelle (création française, extraits), IV., II., I. Rubato. – Aus dem Kinderzimmer heraus und wieder ins Kinderzimmer hinein. Aus dem Hühnerhaus heraus und wieder ins Hühnerhaus hinein. Aus dem Schweinestall heraus und wieder ins Kinderzimmer hinein.

Ondrej Adamek (né en 1979), Rapid Eye Movements, pour 2 violons, alto, violoncelle et dispositif électronique. – Ziemlich hübsch, mit Rafinesse.

Ondrej Adamek (né en 1979), B-low Up, pour 17 instruments (flûte, hautbois, 2 clarinettes, cor, trompette, trombone, piano, harpe, accordéon, 2 percussions, 2 violons, alto, violoncelle et contrebasse). – Magere Luft von hinter dem Mond. Bin leider eingeschlafen.

Franziska Baumann, Fictions

4. März 2012 um 21:39 Uhr von ur

Soeben auf Espace 2 Konzert vom 1. 2. 2012 im Centre Dürrenmatt Neuchâtel: Fiction, Audiovisuelle Konzertinszenierung, CRÉATION frei nach Jorge Luis Borges, Franziska Baumann, Konzept, Komposition und Stimme, Claudia Brieske, Konzept, Videoschnitt und Live-Projektion, Angela Bürger, dramaturgische und szenische Begleitung, Solisten des Nouvelle Ensemble Contemporain NEC: Marie Schwab, Viola, Jean-François Lehmann, Bassklarinette, Lucas Gonseth, Perkussion.

Löst das Schöne der Natur im demonstrativen Widerstand gegen allen Metabolismus ein Staunen aus, das über den Tod hinauszuschauen vermeint und in der begriffslosen Bewunderung endet, von der es keinen Weg zurück zum Verstehen geben kann, ruft das Schöne in den Künsten eine begriffliche Auseinandersetzung hervor, die es selbst oder das Werk, in dem es erscheint, mit der Geschichte oder der Gesellschaft in Beziehung bringt, zu der es gehört, und zu allen anderen, von denen es sich als besonderes Schönes absetzen will.

Fictions gehört mit Video, drei Soloinstrumenten und der Solostimme der Komponistin, die das Stück mal in Einzahl, mal im Plural ankündigt, zu den Installationskünsten und enthält trotz eines präzisen Zeitflusses einen grossen Anteil an improvisierten Partien. In der Fülle der Ereignisse ist der Genuss des Stückes gross, das Aufstöbern von Momenten, die sich auf solche ausserhalb des Stückes, seien es die der Musikgeschichte oder der Gesellschaft heute, beziehen liessen, unbegreiflich schwer. Man ist auf den reinen Genuss zurückgeworfen. Er bezieht sich auf ein Schönes, das im Verlauf der Vocal Perfomance zerfällt, als ob er es selbst aufgegessen hätte. Wie das Schöne sich weigert, Zeichen dafür abzugeben, dass es zur Geschichte gehört, weigert sich die Natur, es als zu ihr gehörig anzuerkennen, damit es so bewundert werden könnte.

Fictions, dessen Titel sich auf Borges bezieht und das belletristische Experiment, in einer Sprache ohne Dingwörter zu schreiben, die den Fluss der Zeit irritieren, erscheint mehr als Veranstaltung für ein grosses unterhaltungsgewohntes Publikum denn als eine Herausforderung zum Nachdenken über die Künste und das Schöne. Es gibt keinen Grund, für einen solchen Anlass nicht Leute einzuladen, die gewöhnlicherweise zu DJ Bobo aufschauen, meinetwegen auch zu Blausack Huber, Hofer, Oberhofer, Flückiger, Schmidhauser, Kraut & Raeber, Pfeutzi & Launer und die mit dem See (nur Wittlin hatte ein erlesenes Publikum, mich) – ein schnell getätigter Adressatenwechsel, das Wankdorfstadion angemietet mit einer Berner Tanzband im Vorprogramm, Lischka schreibt im Bärner Bär den informierenden Werbetext und sowohl würden die Kassen endlich klingeln wie auch die Anerkennungswünsche endlich befriedigt werden. Ist das Phantasieren über die musikalischen Desiderate erst einmal in Schwung gesetzt, wird es ebenso leicht denkbar, dass aus der Verschmelzung des Wissens über die Publikumsverführung der Vorgruppe und der Erfahrung über die Manipulation technischer Effektgeräte des Hauptgigs die Popmusik eine Renaissance erführe. Die Installationsrockerinnen und Popinstallateure wären zu einer Musik befähigt, die einen wieder ohne Abwehr in Neugierde versetzen könnte. Nächste Aufführung im alten Stil 13.04.2012, 21h Dampfzentrale, Bern.

http://www.franziskabaumann.ch/de/vocal_performance/fictions.php

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