Dialektik des kulturindustriellen Schlechten

27. März 2009 um 10:07 Uhr von ur

Sind die Gebilde, mit denen man sich auseinandersetzt, nicht lose Einheiten, die ab einem gewissen Mass an Unterqualifiziertheit tel quel von sich geschoben werden können, sondern in unendliche Serien festgebunden, die als Ganzes zu begreifen wären, macht sich einer schnell lächerlich und wird zum blossen Stänkerer, wenn er in ihnen das Schlechte und Falsche bei jedem Erscheinen von neuem dingfest macht.

Um vom Mist in der anstehenden Zeit kulturindustrieller Analysen schweigen zu können, muss er bezüglich a) den Websites und Blogs und b) der verfolgten Radiostation DRS 2 (mit einem Wechsel bei akuter Blödheit zu Swiss Classics) nach den Gewissensfragen von möglichen persönlichen Verletzungen erst mal in seinen Teilen auf einen Haufen geworfen werden. Solche Teile wären a) im Internet die Favorisierung der Themen und Stile aus der Werbe-, Religions-, Militär- und Fernsehwelt, Scraps, Stamps und andere Bastelidiotien, Frischgeborenenvisagen und Tellergerichte, Inszenierung der eigenen Person und Infantilisierung der AdressatInnen, b) im Radio Wiederholungen von Ankündigungen, Wiederholung von Nachrichten bis zu einer solchen Verstimmung, die dann ein Hören der Hauptnachrichten nicht mehr zu ertragen vermag und so Uninformiertheit nach sich zieht, Pointengier in Nachrichten, die einen nicht zum Lachen bringen sondern zu denken geben sollen, Wiederholung von Betonungsfehlern, die offenbar so eingeübt werden mussten, Aufzählung von Sendethemen in einer auf eine Pointe abzielenden Serie, die inhaltlich durch nichts Verbindendes motiviert ist und deshalb die Intention der Liste, einen Überblick zu verschaffen, ins Leere laufen lässt, Rätselspiel und Überraschungen in einer Sendung, in der man sich während 45 Minuten konzentriert mit dem Weltgeschehen auseinandersetzen will, Schnutenbildung und Pflege von persönlichen Ticks bei männlichen Ansagern, die zuweilen in misslungener Abwehr auf den Knien ihrer Grossmutter phantasiert werden, Verbannung aller ernster Musik vor Händel und nach Dvořák, allmähliche Ersetzung der Kunstmusik durch Gershwin und Bernstein, Jazz, Marschmusik und Schlager. Die Kategorien des Schlechten in der Kulturindustrie setzen ein unterschiedliches, aber nie geringes Mass an Professionalität voraus und beruhen keineswegs in persönlichen oder technischen Unzulänglichkeiten, über die man hinwegsehen würde. Mit der alten Erfahrung der Fribourger wird ein Zaun um den Misthaufen gezogen, damit keiner in Versuchung gerät, bei der Durchführung der philosophischen Kritik davon zu schnausen.

Es ist wie in der grossen Politik im Zuge der transkontinentalen Wertvernichtung durch die Spekulanten. Da immer irgendwo ein sachliches Moment als unzugänglich erscheint oder wie die schon in Gang gekommene Massenarbeitslosigkeit sich noch weiter zu intensivieren droht, steht einer schnell in der Ecke der Schwätzer, der die Entscheide der Tagespolitik kritisiert. Sie geschehen seit einem halben Jahr wie unter dem Schutz eines geheiligten Tabus, und wer in diesen objektiven Verhältnissen zuständig wäre, die sozialdemokratischen Parteien, agitiert auf irrationalen Nebenschauplätzen wie der partiellen Verteidigung des Bankgeheimnisses, wo die Kategorien der Macht, der Bevölkerung, der Ökonomie und der Verwaltung so durcheinander gewirbelt werden, dass durch Vereinnahmung der Eindruck erweckt wird, auch der verachtete, aus der Gesellschaft ausgeschiedene Rentner zeige gleich allen Verführten Empörung darüber, dass mit dem Bankgeheimnis Momente seiner geistigen Substanz aus dem Weg geräumt würden. Was seit dreissig Jahren zu tun wäre, wird auch fürderhin auf die lange und ideologisch vernebelte Bank geschoben, Handelsregeln auszuformulieren verknüpft mit einem komplexen Subventionensystem auch mit Ländern in Afrika, die einem gewöhnlichen Bürger einer europäischen Gesellschaft nicht weiterhin das Gefühl vermittelten, bei jedem getauschten Franken würden den Ländern aus dem Süden 100 Rappen als supplementäre Beute aus den Taschen gezogen.

Die Verhältnisse müssen besser werden, wenn sie die Würde der Kritik wieder durchgängig erfahren sollen. Die Thematisierung der Kulturindustrie wird folglich das, was offensichtlich schlecht ist in ihr und auf irgendeine Weise immer einem Effekt der Regression geschuldet ist, nicht an die grosse Glocke hängen. Die eigentümliche Art der Kulturindustrie, die historisch vorliegenden herausragenden Gebilde so zuzurichten, dass sie nicht mehr kritisch mit einer substantiellen, die Unterhaltung überschreitenden Gier auf weitere wahrgenommen werden, ist schauerlich genug; die weitere Herausstellung der trivialen Missstände, die den Konsum gewisser Medien für eine ernsthafte Person unerträglich machen, würde sie nur unnötig künstlich skandalisieren. Als Zusatz sind sie allerdings in jedem schlechten Moment mit angesprochen. Uns so hat man der Kulturindustrie in einer gewissen Positivität gegenüberzutreten, die wie gegenüber einem Gott ein Hadern zwar erlaubt, dessen Negativität sich wie im theologischen Zusammenhang aber in einem leeren Umsichnegieren erschöpft. Ihre Momente sind die stärksten der gesellschaftlichen Realität und weitaus ernster zu nehmen als die der Ökonomie, weil sie direkten Zugriff auf die Massen ausüben, die empirisch zwar die Ökonomie beherrschen könnten, als Meute der Kulturindustrie aber, gezogen von den Kräften der Regression immer schon, dunkleren Pfaden folgen.

Eisbergabbruch

21. März 2009 um 1:28 Uhr von ur

Ich bin in diesem Traum um 00.45 Uhr nicht wirklich Handelnder und auch kein Verfolgter, und alle Personen sind gänzlich unbekannte Touristen, die ein fremdländisches Deutsch sprechen, ähnlich wie Holländisch, aber nicht unverständlich. Es gibt viel Schnee, und es ist frühlingshaft sonnig. Eine Gruppe von TouristInnen befindet sich links oberhalb von mir, eventuell in einem Felsen, eventuell auf der Terrasse eines Ferienhauses. Der Berg ist links, das Tal rechts, steil abfallend und weit. Ich höre sie untereinander sprechen, Unaufgeregtes. Hin und wieder rufen sie zu einer oder mehreren Personen, die ich ebenfalls nur höre und die sich links unterhalb von mir bewegen und von denen einer der Vater von mindestens einer der oben situierten Personen ist, alle älter als ich. Dass die untere Gruppe oder diese einzelne Person daran ist, etwas zu riskieren, ist klar; um was es aber geht, weiss ich nicht. Ob ich selbst gehe oder am Ort stehe, vielleicht innehalte, weil mir etwas nicht zu stimmen scheint, weiss ich auch nicht. Mein Weg ginge zwischen beiden Gruppen hindurch, ohne dass ich eine von beiden jemals zu sehen bräuchte. Plötzlich gibt es von unten links ein grosses Getöse, das Risiko hat sich schlecht ausbezahlt und die Katastrophe eingefunden. Der Alte und seine Gruppe werden in einem Schnee-, Eis- und Wasserfluss mitgerissen. Ich höre, wie die obere Gruppe sich sofort losmacht. Da sie bei mir vorbeikommen wird, sehe ich mich genötigt, als erster den Untergehenden zu Hilfe zu eilen, auch wenn es klar ist, dass ich keine Kräfte zum Helfen einsetzen kann. Jedenfalls wende ich mich schräg gegen unten links, wohin eine schneebedeckte Strasse führt und sehe nun die grossen, aufgewühlten Massen, wie sie nach rechts ziehen, so heftig, dass Material auch zu mir herauffliesst. Ich höre die Rufe der Unteren, ohne sie zu sehen, schnell ertönen sie abgewürgt. Alle Hilfe wird zu spät kommen, und ich habe niemanden gesehen, niemanden erkannt und mit oder zu niemandem gesprochen.

Schlingensief

19. März 2009 um 6:26 Uhr von ur

Die Hörspiele auf DRS 2 sind gewöhnlicherweise so schlecht, dass es keine Lust macht, über ihren Mangel an Qualität zu schimpfen. Gestern eine Ausnahme, Christoph Schlingensief, Lager ohne Grenzen, 1999. Das Stück ist sehr laut, besser: schrill, mit quälenden rhetorischen und musikalischen Versatzstücken aus der Fernsehwelt, mit politisch unkorrekten Seitenhieben ins Persönliche, gegen Joschka Fischer und Peter Handke, und mit unsüffisanten, hyperbolischen Parodien. Die mehrschichtigen Intentionen sind, und das macht die Qualität des Stückes aus, durchgängig erfassbar, und ihr Ziel erschüttert, nach wie vor: nach der Beruhigung der Lage in Exjugoslawien und nach der historischen Erfahrung von so viel Parodie in den Künsten, dass man normalerweise erwartet, sie würde mehr am parodierten Gehalt festkleben als diesen kritisieren. Nimmt man noch das Hörspiel vom letzten Mittwoch dazu, Paul Plamper, Ruhe 1, in dem die gesellschaftlich heterogene Kundschaft eines Restaurants Tisch für Tisch einen Gewaltausbruch beobachtet und bis auf die Knochen realistisch kommentiert (alle Menschen, die man kennt, haben in diesem Stück ihren peinlichen und jämmerlichen Auftritt), hat man zwei Stücke, die als Kunstwerke erstaunen und einen packen – und einen die Frage stellen lassen, wieso Radio DRS 2 die restlichen 50 Sendestunden des Jahres mit Unsinn füllt statt für Musik, die gute, verborgene und noch nicht gehörte, freigibt.

Und in der Tat wurde ebenfalls gestern die eine Stunde zur Zeitgenössischen Kunstmusik gesendet, die den musikalischen Blödsinn übers Jahr rechtfertigt, das Portrait über eine Komponistin, die offenbar im weit entfernten Konzertleben schon arriviert ist, von der und über die ich aber noch nie etwas gehört habe: Alexandra Filonenko. (Die Kunstmusik wird auf DRS 2 so verantwortungslos betreut, dass sich zehn Stunden nach der Sendung nicht mehr feststellen lässt, wer das gute Portrait gestaltete.) Fortzusetzen!

Kuh-e Bonvin

14. März 2009 um 5:42 Uhr von ur

Nach sechseinhalbstündigem Schlaf langer Traum, in dem viel argumentiert und Überzeugungsarbeit gegen mich geleistet wird, von dessem Gesprochenen ich aber fast alles vergessen habe. Ich sitze in Sitten und spreche mit einer jungen Regisseurin, die zur Hälfte Ursi N. ähnelt, zur anderen M., sprachlich aber nichts Walliserisches an sich hat. Ich soll in einem Film mit P., die mir im wirklichen Leben nicht mehr begegnen soll, auf den Mont Bonvin gehen. Es gäbe so viele Berge im Wallis, und es muss ausgerechnet einer sein, auf dem ich noch nicht gewesen bin – auf den zu gehen ich mir allerdings für 2009 halbwegs vorgenommen hatte. Ich willige unter komplizierten Bedingungen ein, die ich nicht mehr weiss. Die Szene soll sofort gedreht werden, oder wenigstens eine Probe davon. Dazu müssen wir nach Sierre gehen (was mir jetzt unlogisch vorkommt, da ich auch von Sion her direkt mit dem Bus nach Montana Vermala fahren könnte). Die Regisseurin fährt mit dem Auto, das für P. so lebensentscheidend ist, für mich wird ein Sonderzug mit nur einem Wagen bereitgestellt, wie in der Fernsehoper im Zürcher Bahnhof La Traviata, die ich im Internet zur Hälfte verfolgt hatte. Nachdem ich pressierend im Eisenbahnwagen eingestiegen war, fährt der Zug sofort ab, und ich schicke ein SMS mit der Meldung an die Regisseurin, dass die Abfahrt geklappt hätte und ich sie in Siders erwarten würde. Dort sitze ich im halboffenen Buffet und überlege, wie man sich das wohl vorstelle, wie ich mit P. auf den Kuh-e Bonvin wandern würde. Der Film ist über sie, nicht über mich, und sie ist entschieden ein zu fauler Sack, um so weit auf eigenen Füssen zu latschen. Warum sind Filme oft gegen die Wirklichkeit gezielt, ohne im mindesten eine Kritik zu entfalten? Was für ein Leerlauf! Ich erwärme mich am Gedanken, ein Double von P. kennen zu lernen, da erscheint mit schwatzhaft aufgeworfenen Armen die Regisseurin um die Ecke, mit der alleine ich wegen ihrer Schönheit und ihrer unangreifbaren Vitalität gerne das Ganze durchziehen würde, und ich erhalte Instruktionen fürs Weitermachen. Keine Ahnung, was mich in diesem Moment aufweckt, aber sechseinhalb Stunden Schlaf durchgehend sind auch nicht schlecht – und die Erinnerung daran, auf den Bonvin zu gehen, nicht weniger. – Erst nach der handschriftlichen Aufzeichnung beim Frühtee wird klar, dass N., also klein p., sich zurzeit im Genfer UNO-Gebäude mit Berner Uni-KollegInnen verlustiert, auf deren Website ich gerade heute einen Virus eingefangen hatte, der sich allerdings sofort löschen liess; in zwei Wochen will sie im Zürcher Fernsehmilieu vortanzen. Ein bisschen von gutem Wein tät ihr besser, wie mir Erschütterbaren, der nicht aufhört zu widerstehen, scheinen will.

Schwierigkeiten mit Google’s Übersetzung

20. Februar 2009 um 10:12 Uhr von ur

Natürlich ist die maschinelle Online-Übersetzung noch unzumutbar schlecht, aber ihre Prinzipien faszinieren trotzdem und lassen am Guten des Ganzen keine Zweifel hängen. Da ich vor Jahren ein paar Seiten herstellte, die philosophische Sachverhalte in einer Weise präsentieren, in der die allgemeinen Übersetzungsprobleme sich nur geringfügig bemerkbar machen, weil die Beziehungen und Kraftfelder der Begriffe nur grafisch und also nicht grammatikalisch gebunden dastehen, wollte ich mich sogleich daran machen, sie mit dem Übersetzungstool zu versehen. Die Schwierigkeit, die sich schnell zeigte, liegt nicht darin, dass die Bilder auch tatsächliche aus Grafiken bestehen, in denen kein Text wäre, der sich automatisch übersetzen liesse. Dieses Problem wird so gelöst, dass alle Einzelbegriffe unterhalb der Grafiken aus denselben als normale Textpartikel neu abgeschrieben werden. Gross erstaunt war ich erst, als ich soeben beim Testen feststellte, dass Google nichts von den neu getippten Texten übersetzen will, und auch darauf wird verzichtet, eine Fehlermeldung auszugeben. Ich kann das Übersetzungs-Gadget von der Homepage aus benutzen, vom Inhaltsverzeichnis oder von der betreffenden einzelnen Seite her, in welche jede ich es einbinde – sie wird in alle Sprachen übersetzt, immer aber ohne den neuen Text und – aha! – ohne das Javascript-Feld. Soviel ich weiss, unterscheidet Google zwischen einzelnen Seiten, die häufig verändert werden und solchen, die über lange Zeit gleich bleiben, ohne dass er einem Webmaster oder dem Publikum dies im konkreten Fall zu erkennen gäbe. Da ausser am Inhaltsverzeichnis an den Gedankenbildern seit langem nichts mehr verändert worden ist, scheinen sie eindeutig als „schon lange nicht mehr erneuert“ qualifiziert worden zu sein, was bedeutet, dass Googles Zugriff beim Übersetzen für eine unbekannte Weile noch sich auf den Google-eigenen Cache, wie man ihn bei der Suche kennt, beschränkt. Getestet habe ich diese Hypothese so, dass ich eine dieser Seiten mit neuem Namen speicherte, so dass sie noch in keinem Google-Cache vorhanden sein konnte, und beim Abrufen feststellen durfte, dass alles wie gewünscht übersetzt dasteht, auch die neuen Wörter, auch das Übersetzungstool.

Zusatz: Nur wenige Stunden nach dem Hochladen werden diese neuen Seiten verwendet, und das Übersetzungstool funktioniert wie vorgesehen.

Google’s Webseitenübersetzung

19. Februar 2009 um 19:57 Uhr von ur

Seit einem Monat spiele ich mit den Übersetzungsmöglichkeiten von Google, aber erst heute habe ich diese Seite entdeckt, die zwei interessante Tools enthält:

a) ein kleines Javascript fügt auf der eigenen Website einen Sprachwähler ein, der alle Seiten in die gewählte Sprache übersetzt, die einem Link folgen

b) Fügt man einem Favoriten, vorzüglich einem von denen direkt auf der Browseroberfläche, diesen etwas langen Code ins Feld der URL, kann man mit dessen Hilfe jede Website ins Deutsche übersetzen lassen (einen beliebigen Favoriten kopieren, unbenennen und den Code einfügen):

javascript:var%20t=((window.getSelection&&window.getSelection())||(document.getSelection&&document.getSelection())||(document.selection&&document.selection.createRange&&document.selection.createRange().text));var%20e=(document.charset||document.characterSet);if(t!=“){location.href=’http://translate.google.com/translate_t?text=’+t+’&hl=de&langpair=auto|de&tbb=1&ie=’+e;}else{location.href=’http://translate.google.com/translate?u=’+escape(location.href)+’&hl=de&langpair=auto|de&tbb=1&ie=’+e;};

Alternatives Vorgehen: rechte Maus auf folgenden Link, zu den Favoriten hinzufügen:

Deutsch

Der Code ist auf der Oberfläche ein gewöhnlicher Link, darunter eine Kiste voll von Zaubersprüchen und Geheimnissen. Dieser Link hier ist unsinnig, und Google reagiert verärgert. Ich bin aber überzeugt, dass es viele gebe, die gerne einige scheinbar deutsche Texte in ihr eigenes Deutsch übersetzen liessen.

Geschärfter Blick und gehobenes Augenmass

19. Februar 2009 um 11:17 Uhr von ur

Häufiges und regelmässiges Durchstöbern der Blogs weltweit hat die erfreuliche Folge, das Überlebte am Blick aufs Fremde kenntlich zu machen und zu erneuern: ich sage mir bei den entsprechenden Seiten immer seltener, dass es sich bei ihnen um den Ausdruck von Fun handele, den die Mädchen halt einfach haben wollen, weltweit in gleicher Weise, und den man zu akzeptieren habe, sondern beäuge mit kritischem Blick und, entscheidender, in zunehmendem Masse befreit von paternalistischen Attituden, wie die technische Realisierung mit den Gehalten und den in ihnen geleisteten Reflexionen korrespondiert – denn solche Komplexität ist, neben allem Trash nach wie vor, immer mehr anzutreffen. Nur die gehobene Kritik mit geschärfter Aufmerksamkeit würdigt ihre Verdienste und kommt ihr zupass.

Glas de la musique

19. Februar 2009 um 5:27 Uhr von ur

Spätestens Mitte der Neunzigerjahre waren zwei soziale Prozesse in ihrer höchsten Entfaltung begriffen, die in enger Korrespondenz zueinander stehen, der Neoloberalismus in der materiellen und spekulativen Ökonomie und der Pragmatismus mit der Verhöhnung jeder Anstrengung zur Theorie als geschichtsphilosophischer Anmassung, in der das Medium der Kritik als Ort des Ressentiments denunziert wird. So wie die sozialen Fragen zusammen mit denjenigen nach einem gerechteren Verhältnis zu den zerstörten Gesellschaften des Kolonialismus aus dem politischen Diskurs verschwanden, verkümmerte das Verständnis für die kritische Auseinandersetzung mit Kunst und Musik. Der Platz der grossen Werke wurde zur Spielstätte von Infantilität und Regression. Unglaublich, mit welcher Rasanz sich die Kritik von den Saubermännern der Kulturindustrie aus den angestammten Schauplätzen absaugen liess! Mit ihr verschwand indes auch das Sensorium dafür, was an Musik Geltung beanspruchen dürfe und was erst im Stadium des Herumpröbelns geschehen würde. Ein neuer Typus des Vermittlers passte sich diesen Gegebenheiten an und strebte danach, ihnen gerecht zu werden. Einer davon wirkt aufs Publikum wie der Totenglöckner der Musik, und man hält sich vorsorglich die Ohren zu über dem Unsinn, den er einem anpreisen will, für die Komponisten und Komponistinnen wie der Sensemann der Zeitgenössischen Kunstmusik: wer einen Anruf von ihm zwecks Interview bekommt, kann abdanken und sich getrost den Sarg zimmern – für hardcore Melomaniacs hat diese Musik ihren letzten Pfiff getan.

Logitech Maus programmieren

12. Februar 2009 um 11:32 Uhr von ur

Wer seine Extremitäten nicht so einsetzen kann, wie die Normierungen von Apparaten und Geräten es vorsehen, hat zuweilen auch bei einfachen Verrichtungen und Tätigkeiten Mühe und Schwierigkeiten – und meidet sie schliesslich ohne Einverständnis, mit saurer Miene. Ich habe seit einer Woche eine Logitech Maus Laser MX400 mit zwei Tasten und fünf programmierbaren zusätzlichen Bedienungsfeldern. Ich brauchte ziemlich lange, bis ich die möglichen Funktionen überhaupt getestet hatte und noch länger, bis die definitive Tastenbelegung gefunden war. Der Nutzen dieser Maus ist nun unvorstellbar gross! Linke Taste normal. Rechte Taste normal. Rad leicht nach links getippt: Doppelklick. Rad leicht nach rechts getippt: Fenster schliessen bzw. Programm beenden bzw. Computer herunterfahren. Radmitte gedrückt: Vergrösserung oder Lupe. Vordere, körperentferntere Daumentaste: Verlauf zurück. Hintere, körpernähere Daumentaste: Schnell abwärts in der Seite (muss aber eher langsam eingestellt sein). – Zum Zeichnen eignet sich diese Maus übrigens pas mal, sie ist ruckelfrei und präziser zu führen als eine optische.

Neueste Blogs

12. Februar 2009 um 8:26 Uhr von ur

a) Schweizer Blogs:
http://www.slug.ch/

b) Deutsche Blogs:
http://rivva.de/newsriver

c) Alle neuesten Blogs mit den häufigsten und unbestimmtesten Wörtern durchsuchen, nach Datum sortiert: und, and, no, nicht, et, ich etc.:
http://blogsearch.google.ch/blogsearch?hl=de&ie=UTF-8&q=und&lr=&scoring=d

d) „Nächsten Blog“ auf Links-Leiste des Browsers montieren, so dass man zappen kann – je nach Tageszeit stammen die meisten neuesten Blogs aus einer anderen Weltgegend. Man fügt irgendeine Seite zu den Favoriten hinzu, und zwar unter Links, positioniert nach Belieben. Mit rechter Maus unter Eigenschaften den Namen ändern und die Url mit dieser Adresse ersetzen:
http://www.blogger.com/next-blog?navBar=true (Diese Adresse ist von Google auch schon mal abgeändert worden.)

Begriff, Instrument, Medium

10. Februar 2009 um 16:47 Uhr von ur

Begriffsverhältnisse, die die Erkenntnis konstituieren und sich nicht aus empirischen menschlichen Gesprächssituationen ableiten lassen, sind nicht rein logisch und überhistorisch, sondern aus den Strukturverhältnissen der Gesellschaft herauszulesen, deren Entzifferung sie Stück für Stück ihrerseits erst möglich machen, nicht ohne Einflussnahme auch auf die anderen, von anderen, nicht theoretischen Interessen geleiteten Erkenntnisformen. Sowohl die Werke Adornos wie Derridas sind umfangreich; beide thematisieren sie umfassend das Verhältnis von Begriff und Instrument in der Form der Instrumentalität des Begriffs und seiner sprachlichen Teile.

Wenn auch die methodische Haltung der negativen Dialektik eher aus der spontanen Auseinandersetzung des frühen Adorno mit der Musik denn als enge Variante der Hegelischen oder Marx’schen begriffen werden muss, ist das späte Hauptwerk „Negative Dialektik“ aus der Notwendigkeit einer philosophischen Begründung der „Dialektik der Aufklärung“ entstanden, der geschichtsphilosophisch geprägten Gesellschaftstheorie des zweiten Viertels des 20. Jahrhunderts und folglich auch noch auf die Zustände, die den Faschismus ermöglichten, fixiert. Das gibt dem Werk, das lange Zeit als Projekt einer materialistischen Dialektik mit dem früher publizierten eng zusammen gedacht war, eine Rigidität, die ein Weitergehen und Weiterentwickeln schwierig macht. Aber es gibt ihren Formulierungen, die eine Logik beschreiben sollen, umgekehrt einen Impuls, der nicht davon ablässt, die Oberflächenphänomene der Gesellschaft im Zusammenhang eines Ganzen zu sehen, der sich stetig benennen lässt; dieses permanente Referieren bewahrt die Theorie davor, selbst paranoische Züge anzunehmen. Und eine Philosophie zu schreiben, die sich weigert, zur verführerischen Lehre zu geraten, ist eine der ersten Devisen, deren logischer Mechanismus des öfteren in der Formulierung nerven mag, dass man erst dann wird Verfahren vorschlagen können, wie die Verhältnisse zu ändern sind, wenn sie sich geändert haben (2009 klingt solches indes wie ein Realismus zum Greifen nah, und man möchte fast sagen, dass mit der sogenannten Finanzkrise der Bann, von dem in der „Negativen Dialektik“ nicht weniger oft die Rede ist, jetzt gebrochen wäre). An einem Ort dieses Zusammenhangs steht immer noch die Warenproduktion und der profitorientierte Tausch, darin eingelassen und darüber aufgesetzt die Disziplinen der instrumentellen Vernunft und des praktischen Regelwissens. In diesen massiven Realitäten, die das Sichtbarmachen der philosophischen Theorie so stark erschweren, die Darstellung des Begriffs, in der seine sprachlichen Momente nicht blosse neutrale Instrumente sind, sondern sowohl Teile des Begriffs wie der Ablagerungen der realen Geschichte und der empirischen Realität, tritt als Vermittlungsinstanz die Kulturindustrie hinzu, die die äusserlichen Verhältnisse maliziös und trotzdem ohne Strategie so hoffnungslos abdichtet, dass es immer schwieriger wird, künstlerische oder theoretische Gebilde gesellschaftlich in Erscheinung treten zu lassen – nicht weil dieselben unterdrückt würden, sondern weil der kulturindustrielle Output sie in seiner schieren Masse mit sich spült. Als solches prekäres Gebilde stehen Darstellung und Methode der negativen Dialektik in einem äusserst gespannten Verhältnis zur Gesellschaft, sofern diese als strukturierter Lebenszusammenhang verstanden wird, in dem Kommunikation und Diskurs als das Andere der Disziplinierung und Autorität von Bedeutung wären.

Eine Theorie mit einem vergleichbaren Status gibt es von Derrida nicht; dass seine Philosophie der Medienöffentlichkeit unter dem Namen der Dekonstruktion bekannt geworden ist, hat periphere Gründe. Auch wenn seine unendlichen Analysen des Verhältnisses von Begriff und Instrument sich ganz eng am Zeichen orientieren und die ökonomische Realität nur in abgeleiteten, sekundären Textkomplexen berücksichtigt, produzieren sie eine Fülle von Strategien, innerhalb derer das Falsche zum Thema gemacht werden kann: im Umfeld der Grammatologie die falsche Eigentlichkeit der Stimme, die den Text zum blossen Instrument macht, im Umfeld der Differenz die angemasste Hierarchie, wenn die Zeit in der scheinbar rein logischen Unterscheidung nicht berücksichtigt wird etc. Es sind nicht beliebig viele Themenbereiche, in denen sich die Arbeiten Derridas bewegen, aber doch zu viele, als dass der eine bekannte, die Dekonstruktion, alleine diese Philosophie bezeichnen dürfte. Immer zeigen sie darauf, wie der Anspruch in einer begrifflichen Erkenntnis etwas Falsches auf sich nimmt, wenn ein Moment in ihm, das in unbestimmbar vielen Gestalten erscheinen kann, auch in gespenstischer, als neutrales Instrument sowohl vorgeschoben wie auch im Versteckten gehalten wird. Weit mehr als bei Adorno, wo die Logik des Zerfalls als Kern der negativen Dialektik ausgegeben wird, versanden die Analysen Derridas nicht selten oder zerbröseln unter dem Blick der Lektüre, als ob dem Recht auf Einsicht zugleich auch ein Schutz davor dazugegeben worden wäre, dass aus ihr eine grosse, verführerische Lehre werden könnte. In einer solch schitteren Gestalt kann eine Philosophie kaum weiter entwickelt werden – viel an Energie setzt sie nichtsdestotrotz frei, wenn ihre Momente in der aktuellen Analyse neu entstandener Gebilde, sofern sie überhaupt aufgestöbert oder als solche rekonstruiert werden können, zum Zuge kommen und, praktisch, ihren Einsatz leisten.

Wie der Begriff steht auch das Medium, das heute in jedem Fall eine elektronische Form annehmen kann, in einem engen Verhältnis zur Instrumentalität, wenn auch nachgerade in einem umgekehrten. Es täuscht vor, mehr zu sein, und drängt sich als Plattform, ja als ganzen Markt auf, in dessen auf Perfektibilität getrimmten Verhältnissen die Kommunikation leichter als früher vonstatten gehen soll und jeder seinen Fähigkeiten entsprechend sich darstellen darf, auch über jede narzisstische Motivierung hinaus. Doch so wie in den universitären Instituten der Betriebswirtschaft ohne Unterlass die Ideologie der letzten 60 Jahre mit Nahrung versorgt worden ist, bilden jetzt diejenigen der Wirtschaftsinformatik die Troupeaux für die unerschöpflichen Tricks aus, dank denen nicht der Markt sich entfaltet, sondern seine ihm unterstehende Werbung für die einzelnen das Internet lahmzulegen droht, wenn sie sich nicht mit den neuesten Technologien dagegen zu wehren verstehen (mit IE7Pro bin ich seit einer Woche befreit von aller visuell zwitschernder Aufdringlichkeit). An die Werbung angeschlossen sind die zwei Vektoren der reinen Information und der selbst verfertigten Präsentation von Materialien, die nur selten ganz ohne Selbststilisierung dastehen; beide gegenläufigen Tendenzen werden nicht nur durch die Werbung, sondern mit denselben infantilen Mitteln durch die Unterhaltung bis aufs Verstummen festgeknebelt. Dabei korrespondiert die Primitivität der Werbung und der narzisstischen Selbstdarstellung in den Medien vorzüglich mit der Banditenmentalität der Chefbanker und der einzelnen Politiker, die ihnen mit billigen Sprüchen ans Volk den Rücken freiklopfen, mit dem Unterschied, dass einmal erstellte Websites oder Blogs im Lauf der Zeit und der unwillkürlich ausgelösten Selbstkritik verbessert werden können, die falsche Macht hingegen, die die legitime gängelt, sich nicht so schnell in die Wüste schicken lässt. In den Medien scheint die private, mit dem Leben verknüpfte Seite dank dem Potenzial der Selbstkritik alles andere als verloren. Auch die entgegengesetzte Seite hat zwar ihre Tücken, die aber gleichwie in den Griff zu bekommen sind. In der Tat wundere ich mich fast jeden Tag über den Fluss von Informationen, der einem die mühsamen und zeitraubenden Gänge auf die Bibliothek erspart. Doch die Fülle an Informationswissen als Stütze intensiverer Kommunikation auszugeben, wäre ein falsches Versprechen. Denn der Informationsgehalt einer Aussage macht diese in ihrem eigenen Kontext noch nicht zu einem gedachten Gedanken, dessen Aufnahme weitere zur Folge haben würde: für sich ist er tot. Als Biotope, in denen dieses Wissen lebendig gehalten werden soll, erscheinen die Diskussions-, Beratungs- und Informationsforen. Die löbliche Idee der Foren und der kommentierbaren Blogs realisiert sich indes allenthalben in der regressiven Form aller Stupidokratie, in der wie unter Naturzwang ein interessanter Beitrag mit Unverständigkeit und Niederträchtigkeit beantwortet wird (ich habe noch nie einen Satz irgendwo deponiert). Das Erfahrungswissen, dass die Medien bis zur Vollständigkeit mit Unsinnigem besetzt sind, braucht einen allerdings nicht zu beunruhigen und wäre mitnichten als Argument gegen ihre Nutzung ernsthaft einzusetzen. Die Gewissheit, dass das konventionelle Schreiben keine gesellschaftlichen AdressatInnen anzusprechen vermag, weil keine vorhanden wären, die durch den Typus der Arbeit die Erfahrung machten, nur dank ernsthafter Solidarität geschehe überhaupt Sinnvolles und Gutes, wird in den Medien dadurch unterlaufen, dass jene als Einzelne per Zufall es werden können, gerade weil die Medien unrein sind und in dem Brei der Unterhaltung dem Zug freien Lauf lassen, alles, was sich irgend in Information fassen lässt, auch der globalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen, nicht zuletzt auch durch die vielfältigen und sich stetig verbessernden Übersetzungsmöglichkeiten. Das Subjekt der zwar befreiten, indes unbedarften Suche nach Information sieht sich mitunter solchen Formen des Wissens gegenüber, auf die es in keiner Weise vorbereitet scheint. Es gibt aber keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die Fähigkeiten zur Auseinandersetzung mit solchen dieselben sind wie die mit dem Fremden im Realen: durch die ideologische Deformierung häufig zum Scheitern verurteilt, umgekehrt durch aktive Kritik derselben, durch Selbstkritik und folglich lustvolles Aufstöbern der eigenen Interessen nie bis ins Letzte verbarrikadiert.

Derridas Analysen bewegen sich auf dem exponierten Grat des Abschlusses oder des Abschliessens der Metaphysik, der Epoche der Metaphysik, dieweil Adorno mit dem Konzept der Kulturindustrie einen Stollen weit in die Epoche der Kulturindustrie hinein vorangetrieben hat, der es allmählich erlaubt, detailliertere Analysen von ihr anzugehen. In der Tat ergibt sich ein Wechsel in der Einschätzung ihrer Momente, der nicht mehr von einer Abwehr gebannt ist, sondern der Forderung nachgibt und ihr folgt, die Medien weitaus mehr und in vielfältigeren, auch kleinen Formen zu nutzen als bislang. Es ist nur weniges, das man anders sehen muss, um wieder aktiv werden zu können. Zielt Erkenntnis auf den Begriff und leistet als Prozess in dessen Konstellationen Vermittlungsarbeit, so darf man im gleichen Zug die Medien, die uns in Beschlag nehmen und vorgeben, dem Recht auf Einsicht zu dienen, nur als Krücken verstehen, denen man mit Bedacht nicht zuviel Vertrauen entgegenbringt – sie sind um so nützlicher und wertvoller, wenn sie als Instrumente und nicht als Ziel gesehen werden. So sehr es wahrhaftige Erkenntnis fälscht, wenn ihre Verfahren, Mittel und Methoden als reine Instrumente verstanden werden, so sehr wirkt es befruchtend auf den Entstehungsprozess neuer Gebilde, wenn die Medien als blosse Instrumente genutzt werden, vor denen Argwohn und Abwehr Zeichen eines aus den Fugen geratenen Realitätssinns wären. Man steckt nun zwar mitten in der Meute und alles andere als im Elfenbeinturm – aber eher hat man Einfluss auf sie als dass sie einen zu erwischen vermöchte.

Zusatz: Die leicht euphorische Stellungnahme gegenüber den Medien entstand im Verfolgen des Auswahlverfahrens bei der Bildung eines Orchesters: auf unzähligen einzelnen Videos sieht man die einzelnen, zumeist jugendlichen InstrumentalistInnen, wie sie sich, fast auf der ganzen Welt verstreut, von zuhause aus mit dem obligaten Vorspiel, auf das sie Jahre hin alleingelassen übten, bewerben: http://www.youtube.com/sinfonieorchester?gl=DE&hl=de. Die Komponisten, die als erste die Computer sinnvoll nutzten, verschlafen die ganze Epoche von heute, die Soziologinnen und die Philosophen sind vom Aussterben bedroht und produzieren nur noch wie in geschützten Werkstätten, aber die BühnenmusikerInnen, zu oft als tumbe Musikanten geringeschätzt, zeigen ohne falsche Scham, wie die Medienverhältnisse zu nutzen wären.

Deep Purple

8. Februar 2009 um 20:36 Uhr von ur

Fireball (1971) am Hören, so richtig mit vollen Hähnen unter den dicken Kopfhörern. Fast aus dem Häuschen geraten vor Wonne … und dann der bangen Frage ausgesetzt, bin ich schon so alt, dass auch der Mist aus der Jugend wohlgefällt, einfach nur weil er Jugendgefühle wiedererweckt? Ha! wie das einfährt! Gleich weiter mit Deep Purple in Rock!

Symantec’s Norton Roulette

1. Februar 2009 um 11:33 Uhr von ur

Donnerstag, 22. 1. 2009, 16 Uhr, Installation von Norton Internet Security 2009 auf XP Pro SP3, 3GHz, 2GB Ram. Erste, und auch schon gerade verwunderliche Meldung [alle Angaben aus dem Gedächtnis]: „Deinstallation von Bluewin Starter Kit für ADSL Speedtouch USB.“ Abbruch und Google-Kontrolle: Ist dieses alte Installationsprogramm, das in Wirklichkeit nie seinen Zweck hat erfüllen können (Speedtouch wurde vor Jahrhunderten dank Telefonsupport installiert) für den Einsatz des ADSL-Modems nötig? Nein. Obwohl nicht einleuchtet, warum diese Software fürs System schädlich sein könnte und deswegen entfernt werden müsste, lasse ich das neue Programm von Symantec sie deinstallieren – es gäbe sonst keine Möglichkeit, weiterzufahren. Neustart. „Software gefunden, die deinstalliert werden muss.“ O.K., es ist noch NIS 2008 auf dem Computer, und diese Version muss weg. Wieder Neustart, und wiederum eine Meldung, dass weitere alte Stücke von Norton deinstalliert werden müssen. Weiter, dann Neustart. Ab jetzt Zustände einer Katastrophe: keine Anzeige mehr der Programme auf der Schnellstartleiste, und die Programme im aufklappbaren Startmenue sind tote Links. Es zeigt sich, wie schwierig eine Situation mit Systemproblemen am Computer zu bewältigen ist, wenn man ohne zusätzlichen Zugang ans Internet dasteht, wo für alle Fragen Lösungen oder wenigstens Antworten abrufbar wären. Es muss folglich gepröbelt werden: mit Neustarts in allen Varianten des abgesicherten Modus, mit abgestellten Diensten und Startprogrammen; selbst der Versuch, auf einen Systemwiederherstellungspunkt vor der unsäglichen Installation von NIS 2009 zurückzugehen, zeigt mit der Meldung „Die folgende Datei kann nicht geöffnet werden: rstrui.exe“, dass kein Weg mit meinen bescheidenen Verstandes- und Erfahrungsmitteln offen stünde, den Computer wieder zum Laufen zu bringen.

Freitag: Dann also auf radikalere Weise weiter: Neuinstallation von Windows XP im Reparatur-Modus, dank dessen die fehlerhaften Systemkomponenten ersetzt werden sollen, ohne dass die Anwenderprogramme neu installiert werden müssen. Man denkt, das sei nichtsdestotrotz ein grosser Eingriff, der auch die Registry wiederherstellen würde, irrt, und es erscheint als Witz des Tages … das Installationsfenster von NIS 2009 mit der Meldung: „Ein Problem ist aufgetreten und erfordert Ihre Aufmerksamkeit: Dieser Prozess kann nicht fortgesetzt werden, weil eine CD (…) entfernt wurde. (…)“ In diesem Moment, den ich ausnahmsweise fotografisch festhalte, bin ich also nicht daran, das System wieder zum Laufen zu bringen, sondern, als ob keine Umstände sich geändert hätten und als ob das für Symantec’s Softwareprodukte Courant normal wäre, seit 22 Stunden immer noch daran, NIS 2009 zu installieren…

Samstag: Nach einer zweiten Neuinstallation von Windows im Reparatur-Modus zeigt Ausführen/msconfig dem Auge des Laien soviele Dienste in Funktion, wie man bei einem fehlerfreien System ungefähr erwartet, auch die CD-Laufwerke sind nun wieder o.k., die Programme des Computers allerdings immer noch nicht. (Sie lassen sich starten, wenn mit dem Explorer die Exe-Datei angesteuert, durch rechtes Mausmenue geöffnet und in der Meldung „Starten einer Anwendung: – Aktueller Benutzer // + Computer und Daten vor nicht autorisierter Programmaktivität schützen“ das im hier ersatzweise geschriebenen Plus gesetzte Häkchen gelöscht wird. Auch startet NIS 2009 von der CD, meldet sich aber nur kurz, um zu sagen, dass nichts mit ihr zu tun wäre, wenn nicht schon Service Pack 2 von XP installiert sei. Klar, meine alte Windows-CD hatte nur Service Pack 1. Norton Works 2003 meldet ab CD sage und schreibe 350 Windows-Probleme in 7 Kategorien. Leider habe ich von dieser Anzeige kein Foto gemacht, sondern aus Müdigkeit alle Fehler automatisch reparieren lassen – man hätte auf dem Bild gesehen, dass in einer gesonderten Kategorie die Installation von NIS 2008, ebenfalls Vollversion, Fehler aufzeigte, die während des ganzen Jahres nicht behoben werden konnten (auch andere hatten diese Fehlermeldungen, zu denen Fachleute am Internet den Rat geben, nicht die Absicht zu hegen, sie beheben zu wollen). Nicht undenkbar, dass diese Dateien oder Systemeinträge die Katastrophe ausgelöst hatten. Ich mache mich nun daran, mit System/Software alles von Norton bzw. Symantec zu deinstallieren, jede auffindbare Datei im System wie desgleichen alle Einträge in der Registry zu löschen. Darauf hin werden mehrere Festplattentests durchgeführt (C:\Extras/Fehlerüberprüfung/Jetzt prüfen/), die alle keine Anomalien zu Tage fördern. Auch die Ereignisanzeige in der Systemverwaltung meldet am Samstag Nachmittag bezüglich der Programme nur Nebensächliches (Zeitlimit ‚Spooler‘ abgelaufen), bezüglich System sieben Fehler- und zwölf Informationshinweise, einmal unter DCOM, 18 mal unter Service Control Manager.

Sonntag: U. R. d. Ä. leistet Support, prüft alles und findet in der Registry einige Zeilen mit Norton und Symantec; ob ich dieselben übersehen hatte oder ob die sich neu einnisteten, kann ich nicht entscheiden – aber meinen Sinnesempfindungen gegenüber will ich nicht paranoisch misstrauen. Es wird eine dritte Neuinstallation im Reparatur-Modus durchgeführt. Alles wie vorher; deswegen wird Service Pack 2 von einer CD installiert, gleich darauf wieder NIS 2009 gestartet, das nunmehr ja nicht nur sich installieren, sondern, noch wichtiger, endlich den Bann über den Computer wieder lösen soll. Die erste Meldung, mirakulös wie ganz am Anfang: „Setup von Epson (oder sonst irgendeinem peripheren Programm) wird durchgeführt.“ Man betrachtet den Vorgang mit interesselosem, betont unaufgeregtem Interesse, da es allseits wohl allen langsam dämmert, dass mit Norton alles zur realen Möglichkeit werden kann. Immerhin laufen Prozesse ab, bis dann die eine Meldung kommt, dass NIS 2009 nur mit einer funktionierenden Internetverbindung installiert werden kann – doch das USB-Modem lässt sich nicht starten. Es wird nun zur radikalsten Lösung angesetzt: Neuformatierung der Systempartition (da der Explorer immer funktionierte, konnten die Daten schon am Freitag sowohl auf die Datenpartition wie sogar auf ein externes Archivlaufwerk kopiert und dadurch gesichert werden), Installation von Windows XP von einer neuen CD mit Service Pack 3. Eines ist klar: Norton kommt ab diesem Zeitpunkt nicht mehr ins Spiel, sondern wird hinter festen Mauern vor jedem Kontakt mit dem Computer ferngehalten – hoffentlich stimmt die Packungsangabe mit dem Rückgaberecht innerhalb von 60 Tagen…

Das Ganze mahnt an die Geschichte des Einen aus Australien, der die Tradition pflegte, ein funktionsuntüchtiges Gerät in den Schraubstock zu klemmen und mit Ingrimm so lange an den Schraubstockhebeln zu drehen, bis es so flach wie nur möglich war. Dann nahm er es, warf es über die Schulter und sprach: „Du ärgerst mich nicht mehr“ (mit beliebig vielen Ausrufezeichen hinter jedem einzelnen Wort). Man wünschte sich für den Verwaltungsrat von Symantec oder die sonstige verantwortliche Instanz dasselbe, und dass Norton und Symantec zur Liste der Unworte der Menschheit hinzugefügt würden.

Montag (Coda): Noch am Sonntag und also mit Support wird das Alcatel Speedtouch USB ADSL-Modem 300 angeschlossen (die Zahl bezieht sich auf die Mindestabstürze im Jahr), Treiber zuerst mit der in der ersten Szene dieses Stücks auftretenden CD „Bluewin Starter Kit für ADSL Speedtouch USB“, dann neue, nach einem Internet-Download von weit her auf einem USB-Stick heranchauffierte installiert. Im Moment, wo Windows die Meldung ausgibt, das Gerät sei erfolgreich angeschlossen, stürzt der Computer ab und startet neu. Dieses Spiel wird einen Abend und den darauffolgenden frühen Morgen lang wiederholt. Ich finde im Ordner mit den Downloads der letzten Jahre einen Treiber des Modems, der neuer ist als der per Limousine gelieferte: nun scheint das Modem wie früher zu funktionieren, jedenfalls lässt sich „eine neue Verbindung“ erstellen. Doch ein Kontakt mit Bluewin entsteht auch jetzt nicht (Fehler 721: Remotecomputer antwortet nicht). Swisscom 0800800800, Verbindung mit einem Fachmann von Bluewin für Modems, einige Versuche, dann ein hörbares Kopfschütteln am anderen Ende der Leitung über das Alter des Modems, dann der erlösende Entscheid dortselbst: Es wird ein neues Modem geschickt, eines mit einer eigenen Stromversorgung. Ich formatiere die Systempartition neu und setze Windows XP SP3 nochmals auf, damit nichts von Speedtouch und keine Spuren der Abstürze übrigbleiben. Am anderen Morgen um 7.30 Uhr klingelt der Expresspöstler, im Service Päckchen „Letzte Rettung“ gibt es ein kleines Kästchen namens SMC Networks mit gelber Ethernetverbindung, gratis, die Verbindung klappt im Hui. Uffff, uffffufff! Abends Internet Security von Bluewin heruntergeladen und mit dem Aufsetzen der Programme und der Vornahme von deren Hunderten von Einstellungen begonnen. (Eine XP-Systemübernahme der Einstellungen wird nicht versucht – gerade die wohl zerstörte Registry würde vielleicht wie ein Alien auch wieder mit von der Partie sein wollen.)

Zusatz 9. 2. 2009: Mit einer zweiten Internetverbindung hätte man ganz am Anfang diese Lösungsvorschläge probieren können
a) http://www.wintotal.de/Tipps/index.php?id=921
b) http://www.wintotal.de/Tipps/index.php?id=171

Grosses Konzert

21. Januar 2009 um 4:19 Uhr von ur

Riesenlanger, durch Unverschulden missratener Musiktraum. In Braungelb-Ocker gehaltener Konzertraum in der Westschweiz, im nahen Frankreich, in Zürich oder in Luzern, so weit weg, dass nach dem Konzert noch eine fünfstündige Heimreise anzutreten war – Lichtfarben also wie gewöhnlich vor einem Konzertbeginn, allerdings mit Sicherheit openair ohne zusätzliche elektrische Beleuchtung zur natürlichen Abendstimmung. Ich nehme irgendwo in der Publikumsmeute Platz, die teils schon sitzt, teils noch steht, herumsteht und herumgeht. Ein paar Meter vor mir die Soziologin Streckeisen, wir grüssen winkend oder sprechen vielleicht auch miteinander. Alle happy wie gestern an Obamas Inauguration, ein einziges Werk wird gespielt, von Boulez, neu, man erwartet etwas in der Art von Répons. Im Moment, wo das Konzert beginnen sollte, kommen zwei Techniker vom Bühnenraum her zu mir, drücken mir etwas wie eine Stabantenne oder wie ein kleiner Dirigierstock in die Hand, mit dem ich wie mit einem elektronischen Handschuh oder einem Theremin den elektronischen Teil zu spielen hätte, über eine Art Schiefertafel fahrend. Ich bin erschrocken, weniger darüber, dass ich das tun sollte, weil dieses Ansinnen schliesslich schmeichelt, sondern weil die Zeit zu kurz war, um auch nur motorisch mich ein bisschen einzuüben, hatte ich doch fast 10 Jahre lang kein Instrument mehr spielen können. Ich war so blockiert, dass es mir kaum gelingen wollte, den Stab an oder über der schwarzen, mit weissen Kreidestrichen und Unebenheiten, gar Rissen gestalteten Tafel spontan hin- und herfedern zu lassen. Da beginnt die Musik schon, tatsächlich eine grosse Sache wie Répons, wenn die ganze Atmosphäre, wenigstens am Ende dann, auch ein wenig der an einem Rockkonzert ähnelte. Eine gewisse Zeitlang geht alles gut, ich bin angenehm überrascht und gar nicht unzufrieden mit mir, erst allmählich hängt das Konzert durch, und ich spüre, dass kaum jemand im Publikum daran zweifelt, dass ich eben nicht mithalten könne. Umgekehrt als am Anfang, da ich meinte, rein physisch das Instrument nicht spielen zu können, betätige ich aus meiner Sicht es ganz ordentlich, und mir selbst ist völlig klar, dass die beiden Techniker den Fehler sei es aus Absicht, sei es aus Gleichgültigkeit produzieren, indem sie die Spannungen der Parameter und also auch die zwischen denselben – mit Ausnahme der Lautstärke – nicht ganz aber doch fast ganz bis auf Null heruntergenommen haben. Nach über einer Stunde ist das Stück gespielt, die Leute empfinden nicht gerade einen Skandal, sind aber doch sauer, als ob sie sich betrogen fühlten (zu recht!), und die Techniker nehmen das Gerät entgegen, indem sie miteinander plaudern, ohne mich wahrzunehmen; aus dem Publikum, zu dem ich ja auch gehöre, wird mir quasi mitfühlend entgegengegrinst. Ich nehme das Ganze nicht allzu tragisch. Es ist immer noch Abendstimmung wie bei einer Mitternachtssonne (wie immer in Musikträumen), ich überlege oder diskutiere mit Ursula oder sonstwem, wie man nach Hause fahren könnte, da noch zwei Stunden lang kein Zug fahre, und ob man da vielleicht eins saufen gehen könne. – Beim Aufwachen um 2.30 Uhr bin ich nicht über die missratene Musik verärgert, sondern darüber, dass ich mich nicht entscheiden kann, überhaupt ausnahmsweise schon vor drei Uhr aufzustehen und diese uneindeutigen, komplizierten Verhältnisse aufzuschreiben. Während des Lüftens und Teetrinkens war der Text um 3.13 vorgeschrieben, um 4.10 fliessend, noch ohne Korrektur eingetippt, mit der Einsicht, dass der Traum nur eine Erinnerung war an zwei Konzerte in den siebziger Jahren mit Wiesenkraut, wo beide Male der Verstärker oder das Mikrophon der Flöte keinen verstärkten Ton von mir produzierten.

Chinesische Musiksoziologie

20. Januar 2009 um 13:36 Uhr von ur

Bekanntlich gibt es auf Google’s Blogseiten unter blogspot.com die wundersame Möglichkeit, auf einer Spezialseite mit einem sogenannten Profil zum Wohnort, zu Musik-, Film und Literaturinteressen verschiedene Tags zu setzen, also Stichworte mit einer automatischen Verlinkung, die beim Anklicken alle Blogs der Reihe nach auflisten, die in einem eigenen Profil in derselben Kategorie dasselbe Stichwort enthalten. Bei einer Chinesin rätselte ich über ihre Musikinteressen. Da ihr Profil unter dieser Kategorie (deren Titel in der Sprache des Browsers angezeigt werden) nur ein Wort aus zwei Zeichen enthielt, drückte ich zunächst auf den Link, der genau 942 Blogs auflistete, nicht nur in China, aber doch eingeschränkt auf Schreibende in chinesischer Sprache; natürlich meinte ich, einem neuen Star auf der Spur zu sein oder wenigstens bestätigt zu bekommen, dass die ChinesInnen nur Boulez gerne hören, kopierte also die zwei Zeichen und fügte sie in Google’s Übersetzungsfeld ein. Das Fazit der Untersuchung zeigt, dass viele Chinesischsprachige ihre Musikinteressen ausgerichtet sehen auf viele oder vieles.

Der Bümpliz-Glacier am Kalben

19. Januar 2009 um 16:14 Uhr von ur

Wer meinte, der einsetzende Regen führe auch zu einer Schnee- und Eisschmelze, irrte heute nicht schlecht. Weil ich von oben herab ein paar apere Flecken auf dem Indermühleweg sehen konnte, machte ich mich nach dem kargen Mittagessen auf den Weg zur Futterbeschaffung. Nach 50 Metern starrenden Blickes Ernüchterung: die Bodendelle vor dem Alten Schloss geriet zum reinsten Märjelensee mit treibenden Schollen auf glitschigem Grund, am weitläufigen Rand urzeitliche graublaue harte Eisgebilde, ums Schloss herum selbst, als hütete der Wirt Aktien der benachbarten Klinik Permanence (später dann Permafrost) und hätte Interesse am Patientenchange dortselbst, nackte Eisglätte bis über den Grand Bisse de Bümpliz hinaus, der sich zu einer formidablen Remaye verwandelte. Gelingt der Sprung über den Spiegelsteg der Gletscherspalte, der auch bei normalen Schneeverhältnissen ohne Eis gefährlich ist, weil er an eine unebene scharfe Kurve anschliesst, muss man sich etwa hundert Meter an der Ostwand des Fellerguts entlanghangeln, bis die Futterstelle erreicht wird, die uns Gebrechlichen als nächste geboten wird. Erst vor der Haustüre wieder zurück gewähre ich, wie der Himmel voll Lärmen dröhnt, als just ein Eisberg vom eigenen Zimmerdach neben mir in den Zufluss des neuen Sees herunterstösst. Nicht nur das Kalben verursacht ein Krachen, das alleine einen nicht wenig faszinieren würde, sondern auch die Flüge der Helikopter, die seit Tagen kaum je pausieren und geradewegs, mal von Süden, mal von Westen oder Nordwesten, die Insel anfliegen. Wer jetzt auf K-Nord liegt, hat nichts zu spassen. Die Helikopter landen auf dieser Ebene, wo dann die Türen fürs Zwangspublikum unendlich lange offenstehen und einen der Rotorenlärm so in die erst gerade neu zusammengesetzten Knochen fährt, als würde einer am Kopfende des Bettes mit einer Motorsäge spielen. Ist ein Bett in diesem Raum gerade leer, wird es nächstens von einem belegt, der auf diese Weise sein Eintreffen angekündigt hat. – Es gibt einige Menschen in dieser wohlgepflegten Gegend, die nichts sehnlicher wünschten als ein paar Stunden wahrhaftiger Sonnenwärme, die die Bodenverhältnisse wieder etwas humaner erscheinen liessen.

Göttliches Siedfleisch

19. Januar 2009 um 6:24 Uhr von ur

Vor kurzer Zeit Siedfleisch gekocht. Am dritten Tag hatte die Suppe einen solchen Geschmack angenommen, dass ich vor Wonne fast ausflippte. Betrachtet man das allgemeine Bild der Kosmologie, nach dem am Ende die Welt als stehendes, zunächst nur partiell und nur leicht gefrorenes Wasser herumsteht zusammen mit der aufdringlichen These der Physik, nach der keine Energie verloren geht, sieht man dieses Gebilde im Weltraum herumstehen wie meine kleine Suppenschüssel, bevor ihr Inhalt zum letzten Mal aufgewärmt wird. Dann erst scheint unsere Zeit gekommen zu sein, wenn wir zum verdienten Genusse des ganz Anderen geworden sind.

Google gesprochen

16. Januar 2009 um 16:24 Uhr von ur

Musste (recte: durfte!) heute einen chinesischen Kurztext deponieren. Beim Hin- und Herübersetzen sah ich, dass Google selbst auch schon aus zwei chinesischen Zeichen besteht:

Eine nähere Untersuchung zeigt, dass wir dieses Wort möglicherweise immer falsch ausgesprochen haben, denn hier wird klargemacht, dass es keineswegs guugäl gerufen werden will, sondern, ganz ohne L, .
Das erste Zeichen bedeutet übrigens auf Englisch valley (= Tal), das zweite song (= Lied). Meine windeseiligen Chinesischkenntnisse legen nahe, das Ganze nicht voreilig als Tal der Lieder zu deuten, was einen natürlich freuen würde; denn das Chinesische unterscheidet sehr wohl zwischen Einzelwörtern, die tel quel zusammenstehen können und solchen, die in einer definierten Beziehung, etwa mittels eines Genetivs, einen speziellen Ausdruck bilden.

Maurice Chappaz

15. Januar 2009 um 20:03 Uhr von ur

Maurice Chappaz, 21. Dezember 1916 bis 15. Januar 2009: in der Bildmitte die Abbaye von Le Châble.

Bilderklau rro.ch

14. Januar 2009 um 15:08 Uhr von ur

Wie lange das noch dauern mag, bis man auf www.rro.ch.ch mit dem Bilderklau klarkommt und also aufhört mit diesem Walliser Unsinn? Ich sehe nicht nur ständig und trotz Reklamationen immer wieder von neuem eigene Bilder auf dieser Website – man will nun selbst auch noch die „Autorschaft“ leugnen. Tschiissses!