{"id":602,"date":"2011-01-16T21:47:38","date_gmt":"2011-01-16T20:47:38","guid":{"rendered":"http:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=602"},"modified":"2011-01-16T21:51:05","modified_gmt":"2011-01-16T20:51:05","slug":"messiaen-schostakowitsch-mit-metzbacher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=602","title":{"rendered":"Messiaen &amp; Schostakowitsch mit Metzbacher"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6 1, direkt live: ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Ingo Metzmacher; Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Sergei Leiferkus, Bass; Jean-Efflam Bavouzet, Klavier; Valerie Hartmann-Claverie, Ondes Martenot; Johann Krasser, Vibrafon.<\/p>\n<p>Olivier Messiaen: Trois petites liturgies de la pr\u00e9sence divine <\/p>\n<p>Dmitrij Schostakowitsch: Symphonie Nr. 13, op. 113, &#8222;Babij Jar&#8220; <\/p>\n<p>Ingo Metzmacher hatte einmal verdienstvoll den Prometeo von Nono aufgef\u00fchrt, und ich selbst h\u00f6re Messiaen seit \u00fcber dreissig Jahren oft und nicht selten \u00e4usserst gerne, aber so unwohl habe ich mich bei einem Messiaenst\u00fcck noch nie gef\u00fchlt. Das St\u00fcck erscheint mir bl\u00f6d und die Auff\u00fchrung fahrig, ein Laienst\u00fcck nicht der Katholen, sondern kunstfreudiger Pfingstler. Das Publikum applaudiert tosend.<\/p>\n<p>Die erste Begegnung mit Schostakowitsch hatte erst sp\u00e4t begonnen, mit den Sendungen aller Symphonien auf DRS 2 Mitte der 1980er Jahre. Ein musikalisches Interesse hat sich daraufhin nie breitgemacht, obwohl ich alle Gelegenheiten nutzte, diesen Komponisten ernsthaft kennenzulernen. Insbesondere dann, wenn die Moderation von einem witzigen St\u00fcck gesprochen hat, das sogar Jazz mit einbezieht, r\u00fcmpfte sich die Nase, meine. In dieser diffusen Abwehrhaltung braucht es nicht zu wundern, dass das jetzige St\u00fcck, das ich in Wirklichkeit schon mehrmals geh\u00f6rt hatte, sehr gut ankommt. Im \u00fcbrigen erscheint es mir als Fortsetzung von Prokofievs Ivan der Schreckliche, das ich neben dem Sacre als das beste St\u00fcck russischer neuer Musik empfinde, seinerseits die innere Nachfolge von Mussorgskys Boris Godunov. Anders als beim Messiaenst\u00fcck finde ich hier die Auff\u00fchrung und die Interpretation stimmig.<\/p>\n<p>Die progressive Kunstmusik des zwanzigsten Jahrhunderts zeichnet sich dadurch aus, dass sie versucht, sich gegen die Ideologien und die Metaphysik abzusetzen. Kann ein Konzert faszinieren, das zwei Werke aus dieser Zeit einander gegen\u00fcberstellt, die je f\u00fcr sich einen Glauben kundtun, der dem anderen widerspricht? Als Idee w\u00fcrde ich sagen wollen: Nein. Hier aber hat die Idee gez\u00fcndet, wie in Tagen, wo man zu viel S\u00fcsses isst, am Abend aber gerne eine Kleinigkeit Salziges zu sich nimmt. Das Salz Schostakowitsch&#8217;s hat mir gut gemundet. Nach dem Messiaen hat mir seine dreizehnte Symphonie gefallen wie kaum je ein Werk von ihm. Ob dieses St\u00fcck besser musiziert wurde als das erste, kann ich allerdings nicht sagen &#8211; mich d\u00fcnkt es einfach objektiv besser, zus\u00e4tzlich hier an richtiger Stelle aufgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6 1, direkt live: ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Ingo Metzmacher; Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Sergei Leiferkus, Bass; Jean-Efflam Bavouzet, Klavier; Valerie Hartmann-Claverie, Ondes Martenot; Johann Krasser, Vibrafon. 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