{"id":259,"date":"2009-07-06T05:18:38","date_gmt":"2009-07-06T04:18:38","guid":{"rendered":"http:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=259"},"modified":"2009-07-08T03:05:59","modified_gmt":"2009-07-08T02:05:59","slug":"leerlauftraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=259","title":{"rendered":"Leerlauftraum"},"content":{"rendered":"<p>Sehr langer Traum am Ende einer Wanderung, ohne Fotoapparat, aber mit Rennen: es passieren zwar die \u00fcblichen Ereignisse, aus denen Alptr\u00e4ume oder sonstwie bedeutungsschwangere Traumverl\u00e4ufe entstehen k\u00f6nnen &#8211; hier geschieht nichts Dramatisches, als ob das Traumgehirn v\u00f6llig passiv geworden w\u00e4re. Ich komme einen Berg herunter und gerate in einen grossen Tannenwald, durchsetzt mit hohen Laubb\u00e4umen, wo man nicht das Mittelwallis, sondern die Waadt, Fribourg oder das Chablais erwarten m\u00f6chte. Der Weg ist breit aber nass und glitschig; einmal sind Stimmen zu h\u00f6ren, von Personen, die auf Nebenwegen bleiben, ungesehen. Dann ein Ereignis, aus dem sich gew\u00f6hnlicherweise eine dramatische Wende ergibt: ein grosser Bus f\u00e4hrt durch den Wald herauf, dem auszuweichen schwierig scheint. Er passiert mich aber dann doch so, dass nichts geschieht. Weiter unten kommen ein paar Leute entgegen, die gerade einem Auto entstiegen waren, gerade wie solche, die unweit aufs Land hinaus fahren, um spazieren zu gehen. Obwohl es Sommer ist, wird es sofort Nacht, so dass ich geringf\u00fcgig in der Orientierung Unsicherheit versp\u00fcre und die Leute nach dem Weg frage &#8211; eher so, dass es sich um einen freundlich erweiterten Gruss handelt als um eine ernsthafte Frage. Es ist ein typisches Walliser Rentnerpaar, das m\u00f6glicherweise eine Kurve weiter zwei schwarze K\u00fchlein auf einer Lichtung besuchen geht. Sie murmeln noch etwas von Hunden, und ich sehe mich schon auf der offenen, waldfreien Talebene der heutzutage eher seltenen staubigen Strasse entlang rennen (was ich schon lange nicht mehr kann), in zunehmend schwarzer Nacht, zun\u00e4chst mit einem kleinen Hund, der um die Beine stiebt, dann zus\u00e4tzlich mit einem grossen Wolfshund. Ich empfinde keine Angst und beobachte beim Rennen, wie die beiden Hunde sich auff\u00fchren, als ob sie (zu) mir geh\u00f6rten: die Blicke sind nur kurz auf mich gerichtet, als ob sie mir spielerisch demonstrieren wollten, wie unabh\u00e4ngig sie von mir sein k\u00f6nnten, wenn sie nur wollten. Im Moment, da die Nacht undurchdringlich wird, erscheint im Hallogenscheinwerferlicht ein Spielplatz, als ob es eindeutig w\u00e4re, dass ich im Osten von Sitten angekommen w\u00e4re, von Nax herunter Bramois ohne Wahrnehmung hinter mir lassend, in Vissigen (?), einem Hochhausquartier, in dem ich noch nie war, n\u00f6rdlich des Spitals. Es herrscht eine Stimmung, wie ich sie als Kind liebte, da man im Hochsommer bis weit in die Nacht draussen bleibt. In dieser beleuchteten Sport- oder Freizeitanlage haben alle Kinder eine Stelle von der Gr\u00f6sse eines Quadratmeters, in der sie ihr eigenes Zeichen, am vergleichbarsten mit einem verzerrten chinesischen, zeigen d\u00fcrfen. Daraus entsteht ein System von Beziehungen. Ich bin nun schon im Anfangsprozess des Aufwachens, in dem ich mich einerseits frage, ob es wohl auch solche gibt, die es nicht schaffen, ihr Zeichen so nah an dem ihrer heimlich Geliebten anzubringen wie sie es m\u00f6chten und wie sie im Leben sp\u00e4ter dastehen w\u00fcrden, f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr die Meute, andererseits, ob man wohl auf der alten Karte ablesen k\u00f6nnte, dass man an dieser Stelle, die nur eine einzige Strasse aufweist, sehen k\u00f6nnte, dass man nach links gehen m\u00fcsste, um nach Sitten und zum Bahnhof zu gelangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr langer Traum am Ende einer Wanderung, ohne Fotoapparat, aber mit Rennen: es passieren zwar die \u00fcblichen Ereignisse, aus denen Alptr\u00e4ume oder sonstwie bedeutungsschwangere Traumverl\u00e4ufe entstehen k\u00f6nnen &#8211; hier geschieht nichts Dramatisches, als ob das Traumgehirn v\u00f6llig passiv geworden w\u00e4re. 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