{"id":178,"date":"2008-03-10T13:32:27","date_gmt":"2008-03-10T12:32:27","guid":{"rendered":"http:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=178"},"modified":"2008-03-15T07:49:55","modified_gmt":"2008-03-15T06:49:55","slug":"photorevisionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=178","title":{"rendered":"Photorevisionen"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem von Ende Oktober 2007 bis Anfang M\u00e4rz 2008 jeden Tag mindestens zehn Stunden lang, nie ohne Tagwacht vor f\u00fcnf Uhr morgens, fast 100% der Bilder von 2003 bis 2006 neu bearbeitet, in besserer Komprimierungsqualit\u00e4t als bisher abgespeichert und korrigiert oder erg\u00e4nzt neu beschriftet worden waren (Picasso lehrte, die Arbeit nicht vollst\u00e4ndig zu machen oder dann auch mal einen Fehler hinzuzuf\u00fcgen), ist gestern eine Anfrage eingetroffen, die unter anderem zum Ausdruck bringt, die Berge seien &#8211; leider &#8211; nicht immer auf Anhieb eindeutig zu identifizieren, insbesondere auf den Panoramen. Mich d\u00fcnkt, eine solche Aussage sei Folge davon, dass man sich dem allgemeinen Zeitdruck nicht entziehen will und die Dinge beurteilt, bevor man sich im Klaren ist, ob sie denn nicht eine gewisse Zeit ben\u00f6tigen, um auch dann, wenn sie auf den ersten Blick schon alles von sich preiszugeben scheinen, vern\u00fcnftig beurteilt zu werden. Die Wahrnehmungsbereitschaft scheint im Internet nicht gr\u00f6sser zu sein als wie sie in den milit\u00e4rischen Kr\u00e4ften, die von den Fachkundigen auch heute noch allenthalben beschrieben werden, nicht sich entwickeln lassen d\u00fcrfen: alles geschieht auf der nackten Ebene der Befehlsreaktionen und reinen Informationen, die einen sofortigen Reflex ausl\u00f6sen sollen. Mich selbst freut es ernsthaft, dass man in der Bilderflut vergessen und in der Landschaft wieder herumstehen kann, ohne meinen zu m\u00fcssen, alles Sichtbare best\u00fcnde aus Dingen, deren Reiz sich darin ersch\u00f6pft, auf sch\u00f6nen Bildlis identifiziert zu werden. Mir scheint es gerade begr\u00fcssenswert, wenn die Formen im Gesamtbild wieder untergehen k\u00f6nnen wie musikalische Einzelphrasen, die ein St\u00fcck als Teil konstituieren, das im Ganzen aber von einer anderen Struktur getragen wird, in der die Phrase als Melodie g\u00e4nzlich unbedeutend sein mag. Es hat keine Bedeutung, in jedem Moment Le Pleureur und La S\u00e2le erkennen oder La Luette und La Serpentine eindeutig auseinanderhalten zu k\u00f6nnen, aber eine grosse, den Platz dessen, was zu sehen ist, im dreidimensionalen Gesamtgef\u00fcge spontan richtig auszumachen. Man wird feststellen, dass es immer schwieriger wird, eindeutig zu bestimmen, ob einem das Wallis k\u00f6rperlich als grosses oder als \u00fcberschaubar kleines Gebilde erscheint. Einen Drang danach, fremde, weitl\u00e4ufigere Berglandschaften anders als nur durch Bildbetrachtungen im Internet kennen zu lernen, versp\u00fcre ich jedenfalls immer noch nicht. &#8211; Gestern gelesen: La Greina und Flusslandschaften im Wallis, Fotografien von Herbert M\u00e4der, 3. Auflage Chur, Sion, Z\u00fcrich 2003 und 2004, mit einem Vorwort von Klaus Huber, Regierungspr\u00e4sident des Kantons Graub\u00fcnden. Was die Walliser von den B\u00fcndnern vielleicht lernen k\u00f6nnten w\u00e4re, die Scheu abzulegen und nicht mehr nur den Ausbeutern, sondern auch schon mal den Touris (mich ausgenommen) einen Tritt in den Arsch zu versetzen, statt sie devot mit neuen Pisten und Seilbahnen in noch gr\u00f6sseren Massen an jeden abgelegenen Flecken transportieren zu wollen. Die aktuelle Regierung bem\u00fcht sich weniger darum, die existierenden Meinungen der Bev\u00f6lkerung im politischen Diskurs vern\u00fcnftig zu artikulieren, als darauf schnell und unterw\u00fcrfig zu reagieren, was die Tourismusindustrie an W\u00fcnschen anmeldet, auch wenn die Gewinne des Tourismussektors immer weniger den Lebensunterhalt der Walliser Bev\u00f6lkerung zu finanzieren sondern andere, berglandwirtschaftsferne Taschen zu f\u00fcllen scheinen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem von Ende Oktober 2007 bis Anfang M\u00e4rz 2008 jeden Tag mindestens zehn Stunden lang, nie ohne Tagwacht vor f\u00fcnf Uhr morgens, fast 100% der Bilder von 2003 bis 2006 neu bearbeitet, in besserer Komprimierungsqualit\u00e4t als bisher abgespeichert und korrigiert oder erg\u00e4nzt neu beschriftet worden waren (Picasso lehrte, die Arbeit nicht vollst\u00e4ndig zu machen oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/178"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=178"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/178\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}