{"id":166,"date":"2007-12-15T10:33:29","date_gmt":"2007-12-15T09:33:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=166"},"modified":"2007-12-15T10:33:29","modified_gmt":"2007-12-15T09:33:29","slug":"bilderflut-in-der-diskurswuste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=166","title":{"rendered":"Bilderflut in der Diskursw\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p>Das eigene Fotografieren passierte zwischen 1965 und 1990 nur sporadisch, nicht einmal hobbym\u00e4ssig. Die Technologie war insgesamt zu teuer als dass eine Pr\u00e4tention h\u00e4tte heraufd\u00e4mmern k\u00f6nnen. Alles war ein Geschehen auf dem Feld der allgemeinen Neugier wie es andere sich auf gleiche Weise durchs Warenangebot hatten angedeihen lassen. Ab 1995 wurde eine Kamera mit zus\u00e4tzlichem Zoomobjektiv auf die regelm\u00e4ssigen Wanderungen mitgeschleppt, um dieselben nicht in depressives Umherirren abgleiten, dagegen umgekehrt die Absicht am Leben erhalten zu lassen, Bildmaterial f\u00fcr einen theoretischen Text \u00fcbers Wallis herzustellen. Die Hauptarbeit war der Text mit den vielen G\u00e4ngen auf die Landesbibliothek, das Fotografieren nur belebender Zusatz. Den Gegebenheiten entsprechend fand der Text 1999 seine Endfassung wie das Fotografieren auf Wanderungen in eine neue Form geriet, die die Mengenbeschr\u00e4nkungen \u00fcberwand: die Apparatur wurde so leicht, dass permanent spontan fotografiert werden konnte, und die Herstellungskosten entfielen ganz, war die digitale Infrastruktur nur einmal installiert (einen digitalen Bildschirm, der eine optimale Farbanzeige garantiert und also nicht kalibriert werden muss, habe ich erst seit 2005). Trotzdem galt f\u00fcr lange Zeit die ernste Idee aus dem Analysekapitel, dass das Formenspiel der Alpen nicht dargestellt sondern bloss illustriert werden k\u00f6nnte und das Erleben desselben in situ geschehen m\u00fcsste. In situ &#8211; weit ausserhalb der eigenen vier W\u00e4nde und nie ohne Sack und Pack. Mit der Zeit scheint sich die ontologische Beschaffenheit dieses Platzes auf eigent\u00fcmliche Weise transformiert zu haben. Nicht dass sich seine Notwendigkeit und Zwanghaftigkeit aufgel\u00f6st h\u00e4tte, keineswegs. Eine Darstellung, die sich rezipieren und im Ged\u00e4chtnis einheitlich repr\u00e4sentieren liesse, ist immer noch verwehrt und das Einzelbewusstsein weiterhin darauf angewiesen, die Analyse selbst zu machen. Aber der Platz ist der nun einer Website, wo die simplen Bilder nah beieinander versammelt sind. Aus dem Mangel ist ein \u00dcberfluss geworden, der sich nicht nur der g\u00e4ngigen \u00dcberflussproduktion unverhoffter Weise anbiedert, sondern es wie urspr\u00fcnglich auf den \u00e4usseren Pl\u00e4tzen den Rezipierenden verunm\u00f6glicht, das Dargestellte in einem Zug zu \u00fcberfliegen. Die schiere Zahl gibt Gew\u00e4hr daf\u00fcr, dass auch dann, wenn prinzipiell jedem Menschen Recht auf Einsicht ins Gebilde der Walliser Gesellschaft gegeben wird, keiner vorschnell behaupten darf, die Analyse selbst damit auch schon vollzogen zu haben. Das Anst\u00f6ssige des Scheiterns in der Anschauung begr\u00fcndet nur um so leichter eine Hoffnung in die Einsicht der Unabgeschlossenheit des einzelnen begrifflichen und allgemeinen diskursiven Nachvollzugs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das eigene Fotografieren passierte zwischen 1965 und 1990 nur sporadisch, nicht einmal hobbym\u00e4ssig. 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