{"id":1358,"date":"2012-09-05T14:36:39","date_gmt":"2012-09-05T13:36:39","guid":{"rendered":"http:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=1358"},"modified":"2014-05-25T08:53:56","modified_gmt":"2014-05-25T07:53:56","slug":"laktose-fruktose-gluten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=1358","title":{"rendered":"Laktose, Fruktose, Gluten"},"content":{"rendered":"<p>Vor einer Woche passierte eine zw\u00f6lfst\u00fcndige Bauchattacke mit dem b\u00f6sen Gef\u00fchl, als w\u00e4re ein Tumor in der Bauchspeicheldr\u00fcse oder sonstwo freistehend in der Magengegend &#8211; heute geniesse ich ein Lebensgef\u00fchl mit einer Verdauung, die nicht besser sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dass ich Laktose, also Milchzucker nicht vertrage, habe ich sp\u00e4testens im M\u00e4rz 2009 kapiert, und dass mein Magen-Darm-System gleichwie den Fruchtzucker nicht zu verarbeiten vermag im Herbst desselben Jahres (vgl. Blogeintrag 28. 7. 2010). Seither ist es nur in Ausnahmef\u00e4llen zu Bauchattacken gekommen, sei es durch Unvorsichtigkeit, sei es durch eine oder mehrere Substanzen, deren Sch\u00e4dlichkeit f\u00fcr mich noch nicht bekannt w\u00e4ren. Sp\u00e4testens seit drei Wochen ist es aber mehrmals zu kolikartigen Ereignissen im Oberbauch gekommen, in deren Verlauf heftige Kotzanf\u00e4lle geschahen, ohne dass dazu sich das typische Unwohlsein eingefunden h\u00e4tte. Vor einer Woche waren die Bauchschmerzen so gross und so lange andauernd, von abends sechs bis morgens sechs Uhr, dass alles noch so wohlwollende Deuten auf eine geschundene Bauchspeicheldr\u00fcse hinauslief. Einen letzten Strohhalm fand ich unter den vielen n\u00fctzlichen Internetdiagnosehilfen, dass die Glutenunvertr\u00e4glichkeit zumindest sehr \u00e4hnliche Symptome wie eine gesch\u00e4digte Pankreasdr\u00fcse zeigen w\u00fcrde. Sofort also wird der Entschluss gefasst, alle glutenhaltigen Esswaren auszukundschaften, um sie k\u00fcnftig m\u00f6glichst ausnahmslos beim Essen links liegen zu lassen. Nach zwei Tagen hatte ich das Gef\u00fchl, dem \u00dcbel auf der Spur zu sein und den richtigen Entschluss gefasst zu haben. Offenbar sind Allergiker (ich habe seit Kindheit eine gegen Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse, die sehr viel Vitamin C enthalten) stark dem Risiko ausgesetzt, im Verlauf des Lebens nicht nur eine Intoleranz gegen\u00fcber Laktose oder Fruktose zu entwickeln, sondern sowohl gegen den einen wie den anderen Zucker und zus\u00e4tzlich gegen Gluten, eine Substanz, die s\u00e4mtliche Kornarten enthalten und folglich in allen B\u00e4ckerei- und Teigwarenprodukten ihre Wirkung entfalten k\u00f6nnen, als harmloser Effekt Durchfall, in akkumulierten Mengenverh\u00e4ltnissen Bauchschmerzen, Koliken und kolikartige Kr\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re zu tun?<\/p>\n<p>&#8211; Die Gesundheitspolitik muss den Gesundheitsdiskurs so steuern, dass nicht nur von der G\u00fcte der Milch-, Fr\u00fcchte-, Gem\u00fcse- und Getreideprodukte geredet wird, sondern auch von den Ausnahmeereignissen, die sie ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, eine zeitlich l\u00e4ngere oder kurz befristete Intoleranz ihnen gegen\u00fcber, der sich die betroffenen Menschen zu stellen haben. Das w\u00e4re keine grosse Sache, wenn die Ausweich- oder Ersatzprodukte leicht zu finden w\u00e4ren. Wer aber glutenfreie Back- und Teigwaren sucht, wird das Gef\u00fchl nicht los, solche Produkte k\u00f6nnten str\u00e4flicherweise nur in den Schmuddelecken der dunklen Seitengassen aufgest\u00f6bert werden.<\/p>\n<p>&#8211; Es muss ein Diagnoseger\u00e4t entwickelt werden, das wie ein Fiebermesser jederzeit im Haushalt eingesetzt werden kann. Das Instrument m\u00fcsste imstande sein, innerhalb von Minuten Auskunft zu geben \u00fcber den momentanen Toleranzgrat gegen\u00fcber Laktose, Fruktose und Gluten. Es w\u00e4re f\u00fcr jeden dann eine Leichtigkeit, selbst zu entscheiden, ob gegen\u00fcber einer spezifischen Substanz nun die Di\u00e4t eingehalten werden m\u00fcsse oder in welchem Umfang sie genossen werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>In meinem Fall w\u00fcrde die Aufzeichnung der Toleranzwerte gegen\u00fcber Laktose, Fruktose und Gluten von 2008 bis heute ungef\u00e4hr so aussehen. (W\u00fcrde man mehrere Aufzeichnungen an einem einzigen Tag machen, g\u00e4be es auch Toleranzverlustwerte, die nahe bei Null w\u00e4ren, wenn auch keineswegs an jedem Tag.)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/bilder\/2012\/gluten.jpg\"><\/p>\n<p>(Zur Verl\u00e4sslichkeit der Grafik: Die Daten der Koliken hatte ich in fr\u00fcheren Blogeintr\u00e4gen festgehalten; die erste war 2003. F\u00fcr die Grafik wurde eine Excel-Tabelle gemacht, eine Datenreihe f\u00fcr jede Intoleranz beziehungsweise Unvertr\u00e4glichkeit. Beginnend am 1. Januar 2008 gibt es f\u00fcr jeden Monat einen Wert, manchmal den Spitzenwert, sonst eine Art Durchschnittswert. Die Spitzenwerte sind genau, entweder auf der 100%-Linie der Unvertr\u00e4glichkeit und des Toleranzverlustes oder in den Zeiten kurz davor sehr nahe bei 100%. Da man nichts sp\u00fcrt, wenn die Intoleranz nicht gross ist, sind die anderen Werte g\u00e4nzlich fiktiv und nur deshalb in unterschiedlichen H\u00f6hen festgehalten, damit sich der Eindruck festsetzt, dass die Intoleranzen im Verlauf der Zeit schwanken. Nur bei denjenigen Personen schwanken sie nicht, deren Intoleranzen genetisch bedingt und von Geburt an wirksam sind &#8211; ihr Wert w\u00fcrde in dieser Grafik wie eine horizontale Linie f\u00fcr jede Intoleranz bei 100% liegen.)<\/p>\n<p>Zusatz 25. Mai 2014: Es war immer klar, dass die glutenfreie Ern\u00e4hrung nur vor\u00fcbergehend und befristet dauern soll. Nach gut eineinhalb Jahren habe ich vor zwei Wochen wieder auf Normalkost umgestellt, weil ich endlich einen Artikel zu lesen gefunden habe, der die Unterscheidung zwischen angeborener Z\u00f6liakie und vor\u00fcbergehender Glutenunvertr\u00e4glichkeit ohne Verschwommenheit darstellt &#8211; nota bene auf der Webseite eines Herstellers glutenfreier Produkte, Sch\u00e4r. Sowohl die Magenregion wie der Darm funktionieren mit der neu eroberten normalen Ern\u00e4hrung optimal, als ob es nie Kolik-Probleme gegeben h\u00e4tte (die zwei Ganzk\u00f6rper-CTs vom Dezember 2012 und vom Mai 2014 bezeugen in Nebendiagnosen Gallensteine und Sigmadivertikulose, von denen nur die zweite im Zusammenhang der Schmerzen von Februar bis Juni 2013 eine Rolle gespielt haben d\u00fcrfte &#8211; eine vom Assistenzarzt in der Insel am 8.4.2013 unbemerkte Aktennotiz (nicht vollst\u00e4ndig auszuschliessen ist immerhin, dass der Anlass zum obigen Text einem singul\u00e4ren Aufmucken der Gallesteine geschuldet ist, nicht dem Zuviel an Gluten&#8230;)). Laktose konsumiere ich nur in der Form von Glac\u00e9, Fruktose im leicht zur\u00fcckhaltenden Genuss auch von stark fruktosehaltigen Fr\u00fcchten und Gem\u00fcsen, in etwa auf normale Weise, und Gluten wieder s\u00fcchtig wie fr\u00fcher in allen Formaten. Brot und Teigwaren setzen Duft- und Geschmacksstoffe frei, auf die man nicht ohne Not verzichten sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einer Woche passierte eine zw\u00f6lfst\u00fcndige Bauchattacke mit dem b\u00f6sen Gef\u00fchl, als w\u00e4re ein Tumor in der Bauchspeicheldr\u00fcse oder sonstwo freistehend in der Magengegend &#8211; heute geniesse ich ein Lebensgef\u00fchl mit einer Verdauung, die nicht besser sein k\u00f6nnte. 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