{"id":1276,"date":"2012-06-04T20:48:48","date_gmt":"2012-06-04T19:48:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=1276"},"modified":"2012-06-13T15:52:20","modified_gmt":"2012-06-13T14:52:20","slug":"ligeti-manoury-mahler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ueliraz.ch\/WordPress\/?p=1276","title":{"rendered":"Ligeti, Manoury, Mahler"},"content":{"rendered":"<p>Soeben live auf France Musique Concert enregistr\u00e9 le 1er juin Salle Pleyel \u00e0 Paris, pour l&#8217;ouverture du festival ManiFeste, Orchestre de Paris, Ingo Metzmacher, direction.<\/p>\n<p>Gy\u00f6rgy Ligeti (1923-2006), Atmosph\u00e8res (1961). &#8211; Trotz eigenwilliger Knebelung von Metzmacher, die durch Auftrennung des Stoffes einen Romantizismus durchscheinen lassen will, enth\u00e4lt das St\u00fcck immer noch alle Impulse der sechziger Jahre, die einen ins Tr\u00e4umen \u00fcber das Vorw\u00e4rtsstreben der Musik hin zu neuen Welten bringen.<\/p>\n<p>Philippe Manoury (n\u00e9 en 1952), Echo-Daimonon, Concerto pour piano, orchestre et \u00e9lectronique en temps r\u00e9el, cr\u00e9ation mondiale, Jean-Fr\u00e9d\u00e9ric Neuburger, piano, Thomas Goepfer, r\u00e9alisation informatique musicale Ircam, Julien Al\u00e9onard, ing\u00e9nieur du son Ircam. &#8211; Man muss das luxuri\u00f6se St\u00fcck zu h\u00f6ren suchen gehen. Als eine unterhaltende Festmusik erscheint es mir wie H\u00e4ndel sie schrieb zu Ehren des englischen K\u00f6nigshauses. Ihr Fliessen ist ein Genuss &#8211; aber es treibt gleichwenig irgendwohin in ein Neues wie H\u00e4ndels D\u00fcmpeln von London West nach London Ost. Ich liebe diese Musik, weil sie gut ist, aber ich misstraue ihr, weil sie es nicht wagt, etwas zu versprechen zu haben. Sie ist positivistisch und zwingt einen, bei ihr zu sein, und sie gibt einem nichts, das man auf seinen weiteren Weg mitnehmen k\u00f6nnte. Im Innersten denkt der Komponist, den man vielleicht gar genial nennen darf, verstaubt tonal.<\/p>\n<p>   &#8212; Comblement de programme (entracte)<\/p>\n<p>   Philippe Manoury (n\u00e9 en 1952), En \u00e9cho pour soprano et syst\u00e8me \u00e9lectronique en temps r\u00e9el, I. La rivi\u00e8re, Donatienne Michel-Dansac, soprano, Enr. 1998. &#8211; Vordersatz und Nachsatz, wie es den f\u00fcr einen winzigen Moment unaufmerksamen Adorno in dunklen Tagen nicht mehr und weiter h\u00e4tte freuen k\u00f6nnen: eine Musik, die schwierig in unsere Zeit hereinzudenken ist. Aber sch\u00f6n und gar sehr sch\u00f6n allemal.<\/p>\n<p>    Philippe Manoury (n\u00e9 en 1952), Inharmonies, Accentus, Laurence Equilbey, direction, Enr. 2009, Na\u00efve V 5217.  &#8211; Inharmonies war vor langer Zeit der Titel eines Buchgeschenkes, das mir ein Fribourger Freund \u00fcbergab und das ich nie recht verdanken konnte, weil ich die Texte wegen des komplizierten Franz\u00f6sisch und ihrer eigenwilligen theoretischen Richtung nicht verstand. Das St\u00fcck von Manoury verstehe und sch\u00e4tze ich aber auf Anhieb. Es gibt B\u00fccher, vor denen man sich sch\u00e4mt, Inhamonies d\u00fcnkt mich ein solches. &#8212;<\/p>\n<p>Gy\u00f6rgy Ligeti (1923-2006), Lontano. &#8211; Metzmacher zieht dem guten St\u00fcck einen wollenen Pullover \u00fcber. Wie kann ein Dirigent, der Nono so grossartig zu inszenieren wusste, andere Trouvaillen des zwanzigsten Jahrhunderts nur so in die Knie zwingen wollen? (Beim Notieren bekomme ich Zweifel: die Interpretation hat bessere Seiten als ich sie allgemein benennen kann, der Mittelteil erscheint mir tadellos. Er hat kein Vertrauen darauf, dass im Schmelzklang Energien auf unterschiedliche Richtungen abzielen k\u00f6nnen. Er sollte diese Dirigentenangst therapieren lassen und endlich an die revolution\u00e4re Idee glauben wollen.)<\/p>\n<p>Gustav Mahler (1860-1911), Adagio de la Symphonie n\u00b0 10. &#8211;  Metzmacher dirigiert Mahler wie Strauss: das ist Verrat. Aber einen so leichten Mahler habe ich selten so gerne genossen. Metzmacher versteht es, sich durchzusetzen. Man nimmt ihm ab, was er tut &#8211; und ist in der gleichen atmosph\u00e4rischen Idylle gerne dagegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soeben live auf France Musique Concert enregistr\u00e9 le 1er juin Salle Pleyel \u00e0 Paris, pour l&#8217;ouverture du festival ManiFeste, Orchestre de Paris, Ingo Metzmacher, direction. 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