Archiv für den Monat Juni, 2006

Magnus Lindberg: Clarinet Concerto

Freitag, 30. Juni 2006

Was für eine gesunde Luft nach den dummdreisten Felsenwasserfällen in Plastik vorhin. Ich habe schon einige apostrophische Anfälle gegen Lindberg durchgelebt, aber diese CD mit dem Klarinettenkonzert, dem Gran Duo und dem Chorale freut mich durchs Band. Einiges ist lässig, also unzuverlässig, tonal abgestützt, aber man hört es über: es ist eine Art Nonchalance, die den Werken Auftrieb gibt, glaubwürdig, ohne dass man im Hören einzelne Passagen quasi entschuldigend überhören müsste. Wieso können die einen leicht sein in einzelnen Momenten – und die Rockmusiker nie ohne doof zu werden?
Dass das Klarinettenspiel einen umhaut, sage ich nur für diejenigen, die nicht wissen, wo sie suchen sollen: Karl Kriikku macht Musik dinglich, wo andere bloss virtuos ins Leere blasen.

Roger Waters: Ca Ira, 2005

Freitag, 30. Juni 2006

In der Bibliothek bei der Durchsicht der immer weniger werdenden Neuanschaffungen Neuer Musik gefunden: Roger Waters, Ca Ira, Oper in drei Akten. Wer meint, sich in schlechter Musik auszukennen, lernt hier, massiv und aufs massivste. Unglaublich immer wieder, wie sich stetig noch Dümmeres in Szene zu setzen wagt. Wer wagt noch mehr? – Viele und immer mehr, klar.

Balkonsprung

Freitag, 30. Juni 2006

Erster Traum: Schöne Japanerin im Gebirge, nah einem Touristenort. Sie sagt mir, was es da nicht alles Schöne zu fotografieren gäbe! – Ob sie denn meine Bilder von hier im Internet nicht gesehen hätte? – Klar!, erwiedert sie maliziös.
Zweiter Traum:
           
Ich springe vom Balkon im dritten Stock (1) noch in der Morgendämmerung schräg hinunter in den frischen Schnee (2), so dass man es sehen muss, dass da einer gesprungen ist, und bin etwas unsorgfältig beim Spuren bis zur Türe, denn direkt zur Türe zu gehen hätte elegantere Spuren ergeben. Die Schöne sieht es aber doch noch und würdigt es, im dritten Stock rechts (3). (Szene wie an der Nelkenstrasse, wo wir aber unten links gewohnt hatten.)

Peter Handke Neoheide

Montag, 19. Juni 2006

In den zwei längeren Gesprächen mit Handke, die übers Wochenende in der Zeit und in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen waren, lässt sich seine Haltung besser nachvollziehen als im Vergleich seiner Prosawerke mit den abwegigen politisch eingreifenden Texten zu Milosevics Serbien. Die Gespräche zeigen einen Dichter, der sich vehement gegen die philosophische Idee der Geschichte stemmt, weil die entscheidenden Schwierigkeiten für jedes individuelle Leben dieselben geblieben seien von alters her bis heute. Möglicherweise braucht jede Poesie einen solchen provokativen Stoss, um ihre Kraft entfalten zu können. Als Moment einer ästhetischen Theorie führt eine solche Apostrophe aber in einen Zusammenhang, der mehr an Gehalt und Bedeutung enthält als eine instrumentelle Provokation im Zug der künstlerischen Produktion. Das intime Mittel der Poesie wird zur moralischen Norm: es soll falsch sein, Gesellschaften gemäss den Momenten der Freiheit und der Unterdrückung zu beschreiben und zu kritisieren, und es soll falsch sein, die Beziehungen zwischen den Gesellschaften zu kritisieren, die einem Teil der einen Vorteile, den anderen nur Abhängigkeit und Regression verschaffen. Eine solche geschichtsfeindliche Haltung darf nicht unwidersprochen das poetische Ideal weisswaschen, das alles politische Tagesgeschehen ausklammert wie es sich genuin von allem Warenästhetischen zu distanzieren versucht. Die neoheidnische Ignoranz gegenüber den geschichtlichen Momenten steht ungeschützt im Dienst der herrschenden Machtverhältnisse, nicht nur derer Serbiens vor kurzer dunkler Zeit. Im Dienst des Lebens, das der Dichter in der Sprache beschwört, steht diese Dichtung, wie sie von Handke in den Interviews gerechtfertigt wurde, nicht.
Die unausgesprochenen Widersprüche sind das Metier der Kunst, das Mass an Irrationalität, das ihrer Produktion zu Grunde liegt und das sie verkraftet. Werden sie ausgesprochen und in der Produktion so reflektiert, dass sie das Werk rechtfertigen, unterstehen sie den Gesetzen der allgemeinen diskursiven Reflexion. Wenn Handke dem Makel in seinen antihegelischen Aussagen, der die Herrschaften weltweit ins Recht zu setzen droht, begegnen will, darf er nicht in die reine poetische Produktion abtauchen, sondern muss diese Reflexion, die so viel Normatives enthält, auf dem Niveau der Gespräche weitertreiben.

Dernière

Mittwoch, 7. Juni 2006

Premiere Pro stürzt beim Starten mit einem schwerwiegenden Fehler ab, wenn die erweiterten Soundeinstellungen des Systems aktiviert sind. Absurd.

Zusatz ein Tag später: Völliger Quatsch, heute startet dieses Programm wieder nicht, trotz Abänderungen in den Soundeinstellungen und trotz Treiberupdate der Videokarte – die Filme müssen mit anderen Programmen importiert und geschnitten werden.

Resumé Videos Berglandschaften 2001

Montag, 5. Juni 2006

2001 wurden keine Analogfotos mehr gemacht und noch keine digitalen, sondern auf ungefähr zehn Herbstwanderungen 20 bis 60 Minuten lange Videos mit einer kleinen Sony Handycam DCR-PC1E. Diese konnten einmal direkt von der Kamera auf einem Fernseher betrachtet werden. Die ganze nette Gastgeberfamilie nahm Reissaus. Das Bild war okay, schön bunt, der Filmverlauf wegen Verwackelungen allerdings nicht nur äusserst langweilig, sondern nahezu abstossend. – Vor einer Woche konnte endlich mit dem Schnitt begonnen werden. Die Videos der einzelnen Wanderungen wurden auf 5 bis 10 Minuten gekürzt. Ihnen zu folgen ist durch den radikalen Schnitt nun nicht mehr peinlich, die Bildqualität am Computer hingegen sehr schlecht. Die Kamera hat eine zu geringe Auflösung bzw. Pixelmasse, und die Objektive ohne Weitwinkel eignen sich fürs Abbilden von Landschaften denkbar miserabel. Wie die Filme auf einem DVD-Player mit Fernsehbildschirm ausschauen, weiss ich nicht. Die hier in der Disco präsentierten Versionen in extrem gekürzten, verkleinerten und zusätzlich komprimierten Fassungen unterstützen in ihrer Lächerlichkeit die wagemutige Entscheidung Anfang 2002, alles zusammengekratzte Geld ins digitale Fotografieren zu stecken und dem Filmen Lebewohl zu sagen.

Val d’Anniviers 2001

Montag, 5. Juni 2006

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Ergischhorn 2001

Montag, 5. Juni 2006

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Gspon Visperterminen 2001

Montag, 5. Juni 2006

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Eichelhäher beim Sädolti 2001

Montag, 5. Juni 2006


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Vorfilm für Gspon 2001